Aus dem Russischen von Jennie Seitz. Mit dokumentarischem Blick und großer literarischer Kraft schildert Katerina Gordeeva die Kriegserlebnisse von ukrainischen Flüchtlingen und russischen Dissidenten. Sie pendelt dafür zwischen Flüchtlingszentren in Russland, der Ukraine und Europa und fängt die Gräuel und Ungerechtigkeiten des Krieges auf besonders eindrückliche Art ein. Jede der 24 Geschichten ist ein Dokument des Lebens, das auf unvorstellbare Weise durch diesen Krieg ruiniert wurde. Und zugleich ein Zeugnis des unermüdlichen Engagements Gordeevas für einen objektiven Journalismus, für Wahrheit und Frieden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2025
Es ist erschütternd, was Rezensentin Judith Leister in diesem Buch der russischen Autorin Katerina Gordeeva liest: Gordeeva, die Russland bereits nach der Annexion der Krim verließ, aber nach wie vor immer wieder ins Land reist, um mit den Menschen zu sprechen, versammelt in diesem "wuchtige" Texte, die sich aus Gesprächen mit Russinnen und Ukrainern ergeben, so Leister: Sie liest hier etwa von der Ukrainerin Yulia, der noch ein Bombensplitter im Kopf steckt oder von der Russin Natascha, deren Mann in die russische Armee eintrat, bald in Gefangenschaft geriet, verstört und mit abhackten Finger zurückkehrte und sich erhängte. Dass die Autorin in ihrem Buch Widersprüche nicht auflöst, auf Spekulation verzichtet, rechnet ihr Leister hoch an.
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