Aus dem Englischen von Edgar Peinelt und Klaus Binder. Was Ungleichheit aus den Menschen macht. Richard Wilkinson und Kate Pickett erklären, warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind. Ungleichheit, so wollen uns Wirtschaftsexperten einreden, ist eine gute Sache: Sie fördert den Wettbewerb und animiert die Einzelnen zu mehr Leistung. Die weniger Betuchten versuchen so zu werden wie die Begüterten, und die Tüchtigen geben den Takt vor. In einer freien Wirtschaft entfalten sich durch diesen Wettbewerb die produktivsten Kräfte. Und wo die Wirtschaft boomt, geht es allen gut. Wirklich?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.02.2010
Eindruck hat diese Studie über soziale Ungleichheit auf Matthias Becker gemacht, der darin sehr präzise und fast ausschließlich auf der Basis von Statistiken belegt fand, "wie eng der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Gleichheit ist", auch wenn er die Autoren gelegentlich etwas naiv findet. Zum Beispiel, wenn sie versuchten, "die Begüterten davon zu überzeugen, dass weniger individueller Besitz in ihrem eigenen wohlverstandenen (Gesundheits-)Interesse" wäre. Grundsätzlich aber hätten sich mit dieser Studie zwei Naturwissenschaftler ans Werk gemacht, die "ebenso fest an ihre Forschungsergebnisse wie an den kollektiven Erkenntnisfortschritt glauben" würden. Dabei hätten die beiden Mediziner auch keine Angst, Unpopuläres auszusprechen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.02.2010
Wolfgang Kersting hat mit großer Zustimmung Richard Wilkinsons und Kate Picketts Buch gelesen, die darin, gestützt durch viel Statistikmaterial, nachweisen, dass "gleichere Gesellschaften" besser funktionieren. Dass das Autorenpaar ihre Statistiken in übersichtliche Diagramme bündeln, die sie verständlich und anschaulich auswerten, trägt ihnen das begeisterte Lob des Rezensenten ein, der sich zudem über die Unaufgeregtheit, mit der Wilkinson und Pickett ihre Deutungen vortragen, sehr angenehm findet. Verstimmt hat Kersting lediglich der deutsche, in seinen Augen reißerische und zudem falsche deutsche Titel des Buches, dessen implizite Forderung, sich weiter um die Gleichheit der Gesellschaft zu bemühen, er ansonsten nur unterschreiben kann.
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