Karl-Wilhelm Fricke

Der Wahrheit verpflichtet

Texte aus fünf Jahrzehnten zur Geschichte der DDR.
Cover: Der Wahrheit verpflichtet
Ch. Links Verlag, Berlin 2000
ISBN 9783861532088
Gebunden, 636 Seiten, 24,54 EUR

Klappentext

Herausgegeben von der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und vom Deutschlandfunk. Wissenschaftlicher Bearbeiter Ilko-Sascha Kowalczuk. Mit einem Vorwort von Rainer Eppelmann und Bernd Faulenbach. Karl Wilhelm Fricke hat sich über fünfzig Jahre mit der DDR auseinandergesetzt. Dabei lag sein Schwerpunkt auf den Bereichen Staatssicherheit, politische Justiz und Opposition - Themen, mit denen er in seinem Leben selbst unmittelbar in Berührung gekommen ist. In diesem Band werden über vierzig Beiträge von ihm abgedruckt, die ein vielschichtiges Bild von der SED-Herrschaft und des gegen sie gerichteten Widerstandes vermitteln. In einem langen Interview äußert sich Karl Wilhelm Fricke über seinen Werdegang, seine Haftzeit und die Motive für seine Forschungen. Darin geht er auch auf Mängel und Fehlwahrnehmungen der westdeutschen DDR-Forschung vor 1989 sowie dem Stand der historischen Aufarbeitung auseinander. Auf einer beiliegenden CD des Deutschlandfunk Köln sind Kommentare, Interviews und Beiträge aus Sendungen von Karl Wilhelm Fricke zum Umbruch in der DDR 1989/90 versammelt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2000

Mit großer Hochachtung spricht der Rezensent Gunter Holzweißig über den Autor und Interviewpartner dieses Bandes: Karl Wilhelm Fricke, jahrelang leitend beim Deutschlandfunk tätig, erweist sich in dem Buch, wenn man Holzweißig glaubt, als einer der besten Kenner und Analytiker der DDR zu ihren Lebzeiten. Der Rezensent weist dabei besonders auf das von Ilko-Sascha Kowalczuk geführte Interview mit Fricke hin, in dem dieser sehr offen auch über seine persönliche Motivation bei der Auseinandersetzung mit der DDR sprach - er war 1952 geflüchtet und von West-Berlin aus durch die Stasi entführt worden. Vier Jahre musste er in Bautzen zubringen. Frickes Texte über die DDR aus vier Jahrzehnten lobt er vor allem für ihre Einfühlsamkeit und für ihre klare Sicht auf die Repression in der DDR, welche ihn bei den universitären DDR-Forschern in der Bundesrepublik jener Zeit nicht gerade beliebt gemacht habe.
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