Bereits kurz nach Abschluss des Grundlagenvertrages zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland begannen 1973 die Verhandlungen über ein Kulturabkommen zwischen Bonn und Ost-Berlin. Der Autor Sebastian Lindner zeichnet die 13-jährige Verhandlungsgeschichte anhand erstmals einsehbarer Regierungsakten aus Ost und West, zeitgenössischer Medienberichte sowie Zeitzeugeninterviews nach. Die Analyse zeigt, dass beide Verhandlungsseiten zu Kompromissen bereit sein mussten, um überhaupt zur Unterzeichnung des Abkommens zu gelangen. Unterschiedliche Standpunkte sowie außenpolitische Faktoren verhinderten lange einen Vertragsabschluss. Dennoch entwickelte sich auch ohne Abkommen ein teils reger Kulturaustausch, der ab 1986 dann spürbar verstärkt wurde - etwa durch gegenseitige Buchausstellungen und Rockkonzerte - und hier in vielerlei Facetten dargestellt wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2016
Michael Hollmann langweilt sich etwas mit Sebastian Lindners Nachzeichnung der Verhandlungen über das kulturelle Abkommen zwischen der BRD und der DDR 1986. Das liegt an der Detailliertheit, mit der der Autor seiner Aufgabe nachkommt und an der Sprödigkeit der Archivdokumente. Doch auch in diesem Wissen scheint es Hollmann unverständlich, warum der Autor nicht die Chance nutzt, Weitschweifigkeiten im Text zu kürzen und mehr Exkurse zum kulturellen Austausch, wie er bis dahin stattfand, in den Text aufzunehmen. Die Möglichkeiten seiner Arbeit hat der Autor laut Rezensent nicht ausgeschöpft, etwa auch, was die Analyse der Bund-Länder-Problematik betrifft. Dass Lindner sprachlich nicht über den Stil der politischen Reportage hinauskommt, trägt zur Langeweile des Rezensenten bei.
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