Karl-Joachim Hölkeskamp (Hg.), Elke Stein-Hölkeskamp (Hg.)

Erinnerungsorte der Antike

Die römische Welt
Cover: Erinnerungsorte der Antike
C.H. Beck Verlag, München 2006
ISBN 9783406546822
Gebunden, 800 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Vom Lateinischen als Weltsprache bis zu Caesars Gallischem Krieg; von Neros brennendem Rom bis zu den letzten Tagen von Pompeji, vom Tod des Gladiators bis zur Christenverfolgung, von Augustus' Rom aus Marmor bis zu Theodor Mommsens Römischer Geschichte: In insgesamt 38 Beiträgen präsentieren herausragende Autorinnen und Autoren die wichtigsten Erinnerungsorte der römischen Geschichte. Aus kleinsten dörflichen Anfängen hervorgegangen, entwickelte sich die Stadt am Tiber zur gewaltigen Metropole, ja, zur Herrin der antiken Welt. So gewaltig Raum und Zeit römischer Herrschaft waren, so einzigartig und wirkungsmächtig erscheint das kulturelle und materielle Erbe, das Rom uns hinterlassen hat. Die Autorinnen und Autoren der "Erinnerungsorte" laden ein, die wichtigsten Weg- und Wendemarken der Geistes- und Religionsgeschichte, der Ereignis- und Politikgeschichte, der Kultur- und Rechtsgeschichte und nicht zuletzt der Archäologie des römischen Erdkreises zu ergründen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.01.2007

Für Paul Zanker ist der Band ein Lesebuch auf hohem Niveau. Die Neugierde, die das vom Ehepaar Hölkeskamp herausgegebene Buch bei ihm geweckt hat, wurde offensichtlich mehr als befriedigt. Sehr detailliert steigt Zanker in die Materie ein und liefert uns einen differenzierten Einblick in einen gemessen an der Konjunktur von Erinnerungsorten eher ungewöhnlichen Band zum Thema. Das fängt an mit dem Verzicht auf konstruierte Nähe, wo das Fremde einer vergangenen Kultur, so sieht es Zanker jedenfalls, das Interesse steigern kann, geht über das unsystematische Nebeneinander von Beiträgen zu ganz unterschiedlichen Formen der Erinnerung (archäologisch, inszenatorisch, metaphorisch) und endet mit der selbst für Zanker schwer unter diesen Buchdeckel zu kriegenden Sicht auf einzelne antike Autoren und ihre Rezeptionsgeschichte nicht als Ereignisgeschichte, sondern als Erinnerungsgeschichte. Zwischendrin stößt Zanker auf jede Menge Originelles (zu Pompeji zum Beispiel), das mit der aktuellen Forschung vertraut macht, fragt sich am Ende allerdings, wieso die Beiträger stur auf Rom blicken und das Reich selbst nicht in Erinnerung rufen. Dies und ein stärkerer Fokus auf Formen historischer Erinnerung hätten ihm das Buch noch wertvoller gemacht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2006

Selbst kalte Steine könnten von einer "intentionalen? Geschichte belebt werden, berichtet Rezensent Jani Kirov von seiner anscheinend inspirierenden Lektüre. Intentional sei ein anderes Wort für verfälscht oder missbraucht. Mithin gehe es schon im alten Rom um missbrauchte Steine und Orte der Erinnerung. Die Beiträge des Bandes, so der Rezensent, versuchten nun, das "falsche? Gedächtnis der antiken Erinnerungskultur mit der realen Wirklichkeit abzugleichen, und dies sei "gut gelungen?. Ein Problem des Verständnisses der römischen Erinnerungsorte sei das Fehlen einer nationalen Identität. Hier übernehme die besagte "intentionale? Geschichte eine Art Krückenfunktion. Einzig vom Vergessen könnten Erinnerungsobjekte und Orte naturgemäß nicht erzählen.

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