Karl-Heinz Meier-Braun

Deutschland, Einwanderungsland

Cover: Deutschland, Einwanderungsland
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783518122662
Kartoniert, 150 Seiten, 10,00 EUR

Klappentext

Deutschland nimmt Abschied von der Vorstellung, kein Einwanderungsland zu sein, auch wenn die Debatte über innere Sicherheit das Thema zu überlagern droht. Karl-Heinz Meier-Braun legt nicht nur eine Geschichte der Einwanderung in die Bundesrepublik vor, sondern bietet auch zahlreiche Hintergrundinformationen - etwa, wie mit dem Thema Wahlkampf gemacht wird. Der Blick auf Wanderungsbewegungen als Folge der Globalisierung sowie auf die demographische Entwicklung der Bundesrepublik runden den Band ab.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.11.2002

Florian Coulmas hat dieses Buch gut gefallen, aber "kurzweilig" konnte er es nicht finden, dafür sei der Befund zu "bedrückend". Denn obwohl Deutschland notwendigerweise und historisch ein Einwanderungsland sei, wie der Autor zeige, so weist er eben auch nach, dass der "ideologische Strom" der Ausländerfeindlichkeit in diesem Land nie versiegt sei. Beeindruckt hat Florian Coulmas, wie Maier-Braun dies alles "bravourös mit einer faktenreichen und gründlichen Darstellung der Migrationsbewegungen" verbinde, und übrigens auch die Deutschen als Aus- und damit Einwanderer zeigt. Ebenso "kenntnisreich" und "engagiert" analysiere der Autor die Scheindebatte über Ausländer, in der es selten je um "die Sache" gehe, sondern fast nur um politische Instrumentalisierung der Ausländerfeindlichkeit. Maier-Braun belege in seinem "informativen Buch" seine Behauptungen aus "unverdächtigen" Quellen und argumentiere kraftvoll für die Notwendigkeit eines "Gesinnungswandels", urteilt Florian Coulmas.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.09.2002

Rainer Hoffmann bespricht eine Studie Karl-Heinz Meier-Brauns, in der dieser die deutsche Ausländerpolitik seit 1952 resümiert. Der Autor sehe diese Zeit eingeteilt in sechs Phasen, wobei er befinde, dass diese Debatte durch die Verabschiedung des Zuwanderungsgesetzes endlich hätte abgeschlossen werden können. Da aber die Legalität bei der Abstimmung dazu im Bundesrat immer noch in Frage stünde und erst durch das Bundesverfassungsgericht entschieden werden müsse, sei es zu diesem Abschluss leider immer noch nicht gekommen, so dass Meier-Braun letztlich sein Buch wohl um eine siebte Phase erweitern müsse, so der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.09.2002

Es ist wohl der Hochwasserkatastrophe geschuldet, dass im Wahlkampf das Thema Einwanderung kaum eine Rolle Gespielt hat, stellt Dorothea Schuler fest. Denn schließlich sei die Ausländerpolitik seit Jahrzehnten ein "Spielball" der Parteien gewesen, hat die Rezensentin dem "schmalen", aber "dichten" Buch des Journalisten und Politikwissenschaftlers Karl-Heinz Meier-Braun entnommen. Der trage mit seinen Betrachtungen ganz zu Recht auch noch einem ganz anderen Aspekt Rechnung, nämlich dass "ausländische Mitbürger" in der zweiten und dritten Generation schon längst da seien, was politisch "niemand so recht wahrhaben" wolle. Der Autor gehe all diesen Tatsachen zwar recht pointiert auf den Grund, vertrete aber gegenüber der Greencard-Regelung erstaunlicherweise eher unkritische Ansichten, staunt Schuler. Denn die sei weder besonders ausländerfreundlich, noch erfolgreich, sondern habe sich letztlich als "Flop" erwiesen, denkt die Rezensentin.

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