Der Autor Karl Heinz Götze kehrt in seinem neuen Buch 'Was aus meiner Heimat wurde, als ich lange weg war: Eine Rückkehr nach Deutschland' nach fast vierzig Jahren in seinen Heimatort in der nordhessischen Provinz zurück. Von dort zog es ihn einst als jungen Mann zum Studium nach Frankreich - für ihn damals wie heute ein Land der Verheißungen. Er betrachtet diesen Erinnerungsort, um das Wiedergefundene mit dem Heutigen zu konfrontieren. Wie hat sich das Leben der Familien verändert? Wie hat sich das Verhältnis zu Kindern, wie haben sich die Kindheiten verändert? Hat sich gar die Landschaft gewandelt? Götze schreibt sowohl über das vertraute Gefühl von Heimat als auch das Fremde in ihr. Er beschreibt, wie wir Heimat definieren und wie gesellschaftliche Wandlungsprozesse in den vergangenen Jahrzehnten ihren Stellenwert beeinflusst haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2017
Thorsten Gräbe ist zweigeteilter Meinung über Karl-Heinz Götzes Erinnerungsbuch. Alles, was Götze von der ländlichen Lebenswelt in Hofgeismar erinnert, in der er nach dem Krieg aufwuchs, findet Gräbe erzählerisch überzeugend und ohne Beschönigung dargestellt. Das ergibt für den Rezensenten ein Familienporträt und eine westdeutsche Modernisierungsgeschichte. Als Gegenwartsanalyse aber taugt das Buch nichts, findet Gräbe. Wenn der Autor sich auf einen Stadtrundgang begibt, um Veränderungen festzuhalten und Erinnerungen zu beleben, lässt er sich laut Gräbe zu wenig ein auf seine Umgebung und die Bewohner. Statt Neugier treibt Götze hier bloß die Skepsis, so der Rezensent.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…