Karin Kersten

Hohe Tannen

Roman für Freunde
Cover: Hohe Tannen
Klöpfer und Meyer Verlag, Tübingen 2007
ISBN 9783937667904
Gebunden, 362 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Endlich einmal in aller Ruhe befreundet sein zu dürfen - eines Freundes Freund zu sein, das ist doch nicht zuviel verlangt? Vielleicht sogar mehrerer Freunde Freund - schließlich heißt es ja auch: Freunde kann man nie genug haben. Es ist nicht zuviel verlangt, doch es verlangt viel, stellen die Freunde bald nach ihrer Heimkehr fest. Denn nun ist wieder eine andere Zeit, und einer nach dem anderen sind sie zurückgekehrt. Sie sind wieder zu neunt, wahrlich ein großer Wurf! Und wenn es auch stimmt, dass neun Hirne mehr denken als eins, neun Herzen gewaltiger schlagen, so gibt es doch auch neunmal soviele Probleme, neunmal soviel Aufregung, wie sollte es anders sein? Und so denkt Hedel, dieses Wundertier von einer Haushälterin, als sie an ihrem Herd steht, ein Festessen vorbereitet und dabei auf den Hof der Sägewerksvilla hinabblickt, zu recht: "Wenn Menschen in diesem Alter sind, wo es auf der Kippe steht, ob sie noch einmal wild werden oder sich bescheiden, kann man wohl kaum Ruhe erwarten. Irgendetwas brennt immer beinahe an."

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 07.07.2007

Selten scheint Irene Grüter die Provinz in der deutschen Gegenwartsliteratur so überzeugend dargestellt worden zu sein wie in Karin Kerstens "Hohe Tannen". Spielend gelinge es der Autorin, den Leser für einen gealterten Freundeskreis in einem Nest im Harz zu interessieren. Im Mittelpunkt des Romans um "kleine Rebellionen und große Sehnsucht" sieht sie die Fabrikantentocher Zicki Backla, die nach dem Tod ihrer Eltern in ihr Heimatdorf zurückkehrt und zusammen mit ihren inzwischen auch nicht mehr ganz jungen Freundeskreis von damals noch einmal was auf die Beine stellen möchte. Grüter bescheinigt der Autorin, in "ironischer Rücklage" zu erzählen und mit ihrem originellen Erzählstil eine intime Atmosphäre herzustellen, "die das Kleinteilige des 'Lebens auf Ruf- und Sichtweite' auf den Punkt trifft". Souverän scheint ihr außerdem, wie Kersten gelingt, mit den Genre des Heimatromans zu spielen und zugleich von modernen Menschen zu erzählen, die sich durchaus schwer tun mit ihrem Verhältnis zur Heimat.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.06.2007

Dieser Roman geht Rezensent Hanns Zischler "zu Herzen". Die Autorin, Karin Kersten erzähle die Geschichte von Zicki, die nach dem Tod der Eltern in ihre Heimat, ein Dorf im Harz, zurückkehrt um dort einen Neuanfang zu wagen. Sie beschließt das Sägewerk der Familie abzureißen, ein großes Fest wird geplant, lesen wir. Dabei ergibt sich ein raffiniert arrangiertes Bild der verwobenen Beziehungen innerhalb der Dorfgemeinschaft und das interessante Porträit einer alternden Generation, das die Autorin entfaltet, versichert Zischler und unterstreicht dies mit Zitaten aus dem Roman. Besonders gefällt ihm, wie es der Autorin gelingt die Flüchtigkeit des Geschehens und der Beziehungen einzufangen und die Geschichte als "kaleidoskopisches Fließbild" auf eine poetische Weise zu entfalten.
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