Hans Peter Hoffmann

Die Truhenorgel

Gesänge, Capriccios, Kapriolen
Cover: Die Truhenorgel
Klöpfer und Meyer Verlag, Tübingen 2006
ISBN 9783937667775
Gebunden, 111 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Das größte Instrument in einer kleinen Truhe, ein Widerspruch, den wir alle kennen, den wir alle im Kopf haben mit unseren Kopfwelten und Weltköpfen. Seinen kurzen und rechteckigen Texttruhen vertraut der Autor die kleinen und kleinsten, die großen und ganz großen Themen an: die Geburt ("So begrüßen Neugeborene einander, als erkennten sie sich, groß und von früher, wie Hunde"), die Kindheit ("Die Tage waren kuhwarm. Wie Pneu und Asphalt. Und Dichtung so fern wie jedes andere Unglück"), die Jugend ("eine Reinheit der Verzweiflung, die wir nie wieder erreichten") und den Tod ("Es ging ihm blendend, als die Ader sich schloss"), und dazwischen, abgründig: das Leben ("Andererseits zwischen zwei Autobahnauffahrten stand ein Kirschbäumchen. Ein Krüppel. Gelähmt bis zum Hals. Konnte nicht einmal Hand an sich legen. Da blühte es"), absurd ("Ich bin jetzt dem Verein beigetreten für bedrohte Brotarten").

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.08.2006

Nach Streifzügen durch verschiedenste Lyrikformen und Ausflüge in die Prosa ist Hans Peter Hoffmann mit seinem jüngsten Gedichtband zur kleinen poetischen Form gelangt, stellt Dorothea Dieckmann fest. Das Instrument "Truhenorgel" liefert den Zugang zu diesen Miniaturen, die die Rezensentin immer dann am stärksten überzeugen, wenn sie sich ganz dem Klang und dem Rhythmus der Worte überlassen. Kommentar, Allegorie und moralische Untertöne, die sich der Autor nicht immer ganz verkneift, findet Dieckmann dagegen eher störend. "Vollendung" aber entdeckt sie dort, wo Hoffmann in seinen Gedichten an fremde Sprachen anknüpft, wie etwa im Gedicht "Chinesisch-Deutsches".
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