Dieser Roman erzählt den historischen Fall eines irischen Wirtschaftswunders um 1550. Vor 32 Jahren unter dem Titel "Lynch" veröffentlicht, ist nach jahrelangen Recherchen erneuert und erweitert um wesentliche Fundstücke. "Paradies, irisch" erzählt den verblüffend aktuellen Fall einer frühen Versöhnung in der Terrorgeschichte zwischen Engländern und Iren, Katholiken und Protestanten - unter dem weitsichtigen Bürgermeister Lynch, von dem es heißt, er sei der unselige Namensgeber für eine Perversion der Justiz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2009
Jürgen Lodemanns Roman "Paradies, irisch", in dem der Bürgermeister Lynch von Galway Mitte des 16. Jahrhunderts ein paradiesisches Gemeinwesen schaffen will und am Ende den eigenen Sohn hinrichtet, kann Thomas Meissner nicht überzeugen. In seinen Augen verfolgt der Autor mit seinem Roman drei Ziele: Er will eine "Geschichte von epischer Wucht" und tragischer Ausweglosigkeit erzählen, zudem die "derb-fröhliche", promiske Gesellschaft eines unzivilisierten Galways darstellen, und es geht ihm schließlich um die Darlegung eines auf Gerechtigkeit und Toleranz fußenden Gemeinwesens, dessen Konstituierung vom Bürgermeister ohne Rücksicht auf Verluste betriebenen wird, erklärt der Rezensent. Die Vermittlung dieser Erzählebenen sieht er allerdings an ihre Grenzen stoßen und so ergeben sich im Romangeschehen zahlreiche Ungereimtheiten, wie er kritisiert. Zudem sind, wie er findet, die Auslassungen des Bürgermeisters zur seiner Verfassung allzu "langatmig", und schließlich irritiert ihn anscheinend ein wenig, dass Loderer das historische Geschehen von 1493 einfach in die Zeit nach der Reformation verlegt. Was uns Meissner nicht verrät ist, dass es sich bei diesem Buch um eine erweiterte und bearbeitete Neuauflage von 1972 handelt.
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