Joachim Zelter

Untertan

Roman
Cover: Untertan
Klöpfer und Meyer Verlag, Tübingen 2012
ISBN 9783863510350
Gebunden, 212 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Joachim Zelter erzählt, was längst überfällig war: die Entwicklungsgeschichte des modernen Untertanen in der Welt von heute, erzählt von der frühen Schulzeit bis zum Erwachsenenalter, von den Siebzigerjahren bis in die Jetztzeit. Ein Psychogramm, ein gesellschaftliches Sittengemälde, ein Spiegelbild individueller wie kollektiver Anpassung und menschlicher Entfremdung. Unnachahmlich beschreibt Joachim Zelter das Zusammenspiel von Selbstverleugnung, Nicht-Sein und Aufgehen im Anderen, im Mächtigen und im geschichtlich Werdenden. Am Ende erzählt der Roman unser aller Geschichte: Wie wir zu dem geworden,was wir heute sind.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.02.2013

Seine kurze Rezension lässt es erahnen: Martin Zingg hat Joachim Zelters neuer Roman "untertan" gefallen. Angeregt von Heinrich Manns großem Werk "Der Untertan" erzähle Zelter die Geschichte des devoten, opportunistischen, aber im Gegenteil zu seinem berühmten Ahnen erfolglosen Friedrich Ostertag, der als überforderter Nachkomme von Spielzeughändlern keine Chance auf ein Vorankommen zu nutzen weiß: Nach einer katastrophalen Schullaufbahn und einem abgebrochenen Soziologiestudium gerate er in die Abhängigkeit des zwielichtigen Adligen von Conti, für den er schließlich auch die Dissertation schreibe. Allein die "erschreckende" Alterslosigkeit dieses Protagonisten lohnt die Lektüre, meint der Kritiker.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.09.2012

Judith von Sternburg kann über den Pfiff und Schwung von Joachim Zelters "untertan" nur staunen. Nichts geringeres als einen Neuentwurf von Heinrich Manns Roman "Der Untertan" habe sich der Freiburger Autor vorgenommen, wobei er den obrigkeitshörigen Spießbürger aus dem Wilhelminismus in die Gegenwart verlege. Dadurch ermögliche Zelter die unerwartete Einsicht, dass bedenkliche Anpassungsfähigkeit auch "aus dem aufmüpfigen Geist der siebziger Jahre heraus" entstehen könne und nicht zwingend mit einer Ideologie verknüpft sein müsse. Der Protagonist, der bei Zelter Friederich Ostertag heißt, beginne im Studium damit, wissenschaftliche Arbeiten für einen Kommilitonen zu schreiben, worin sich satirische Verweise auf den Fall Guttenberg finden ließen, so die Rezensentin. Dass Zelter sich zugleich "für die arme Wurst im Schuft interessiert", findet sie besonders reizvoll, weshalb dieses Buch für sie mindestens auf die Longlist für den Deutschen Bücherpreis gehört.
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