Karin Kersten

An Schlaf war nicht zu denken

Roman
Cover: An Schlaf war nicht zu denken
Klöpfer und Meyer Verlag, Tübingen 2011
ISBN 9783863510039
Gebunden, 272 Seiten, 21,50 EUR

Klappentext

Selbstverständlich ist Suchen das täglich Brot einer Agentur für Recherchen wie Sphinx. Mit Routine hat der neue Auftrag dennoch nichts zu tun. "Erst gar keine Ereignissse, jetzt nur noch Ereignisse", sagt Lotte Matern, die rechte Hand der Chefin, nach einigen aufreibenden Tagen und Nächten, und der fuchsschlaue Leo Bonte, binnen Minuten von der Katze zur Maus befördert, ist am Ende gekennzeichnet nicht nur durch ein Veilchen. Oda Lieberos wiederum, Altphilologin, Schauspielerin, Altenpflegerin und langjährige Prinzipalin des Lübecker Taschentheaters, die die ererbte Agentur gewöhnlich souverän zusammenhält, muss im Verlauf der leidenschaftlichen Suche zusätzliche Verstandeskräfte mobilisieren, um nicht ihr eigenes Leben allzu radikal zu entrümpeln. Lotte Matern aber, die am Ende gar nicht mehr weiß, was Suchen ist und was Finden, erlebt mit schmerzlichem Erstaunen die Geburt des eigenen Denkens "aus schierer Lebensnotwendigkeit". Ein Auftrag also, der alle in seinen Bann schlägt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.04.2011

Kaum weniger erratisch als offenbar dieser Roman ist seine Besprechung durch Hanns Zischler. Der nämlich erzählt auf Wegen, die so krumm scheinen wie die im Buch, mit viel eigener Pointierung nach, was hier sich zuträgt. Gewöhnliches ist es nicht, unspektakulär dabei doch. Um eine Detektei des Namens "Sphinx" geht es, deren Betreiberin und ihre Gehilfin auf die Spur einer Verschwundenen gesetzt werden. In merkwürdigen Bewegungen geht es dabei durch das Erzählgelände. So scheint sich die Durchquerung eines aufgelassenen ehemaligen Reha-Komplexes in extremer Verlangsamung zu vollziehen. Ein Ex-Kommissar kommt ebenso vor wie viele für Zischlers Begriffe sehr schön sprechende Namen. Einzuwenden hat er gegen dies Buch und die "virtuose Beiläufigkeit" seines Erzählens nur eins: es fehlen die in den bisherigen Romanen der Autorin so wunderbar eingestreuten Gedichte. Auf die versprochene Fortsetzung, die das vielleicht wieder gut macht, freut sich der Rezensent so oder so sehr.
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