S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN
9783103976526 Gebunden, 368 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Zum Gastlandauftritt Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse 2026. Mit einem Nachwort von Katja Lange-Müller. Neu übersetzt von Doris Kouba. In einer Südsee-Bucht entdeckt Kapitän Jan van Toch eine lernfähige Spezies von Riesenmolchen. Er richtet sie auf die Perlenfischerei ab und baut ein florierendes Geschäft auf. Nach seinem Tod werden die Molche in die ganze Welt verkauft. Sie haben zu sprechen und den aufrechten Gang gelernt - und lehnen sich plötzlich gegen die Menschen auf. Karel Čapeks gewitzter und überraschend aktueller Klassiker lässt sich in Doris Koubas Neuübersetzung auch als Warnung vor blindem Fortschrittsglauben, Ausbeutung und dem aufziehenden Faschismus lesen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.09.2026
Rezensent Jörg Plath erfreut sich an dem "Schalk", mit dem der wichtige Prager Schriftsteller, Kritiker und Dramatiker Karel Čapek seine Parabel über Kapitalismus und Nationalismus aufzieht: ein Kapitän entdeckt vor Indonesien große, aufrecht gehende Wassermolche und startet unter Ausbeutungsverhältnissen einen Perlenhandel. Im Folgenden schwingt sich die Handlung entsprechend auf: vom "Salamander-Syndicate" zur "Molchsklavenhaltung" und dem in den USA beliebten samstäglichen "Molchabfackeln" bis hin zum Molchaufstand. Vergnügt kombiniere der Autor dabei diverse Genres, es gibt Abenteuerpassagen, aber auch wissenschaftliche Aufsätze, Reiseberichte, Telegramme und vieles mehr; auch das Seitenlayout fällt entsprechend kreativ aus, staunt Plath. Die Versiertheit und Treffsicherheit von Čapeks Schreiben scheint ihn zu beeindrucken, und auch der Übersetzerin Doris Kouba meint er die Freude an der "grimmigen Ironie und dem ätzenden Sarkasmus" des Textes und seiner Sprache anzumerken.
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