Jutta Limbach

Die Demokratie und ihre Bürger

Aufbruch zu einer neuen politischen Kultur
Cover: Die Demokratie und ihre Bürger
C.H. Beck Verlag, München 2003
ISBN 9783406510618
Gebunden, 156 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Die Demokratie - als eine Herrschaft des Volkes gedacht - scheint in unserem Land mehr und mehr die Rückbindung zur Bürgerschaft verloren zu haben. Wie ist dem zu begegnen? Wie können direktdemokratische Initiativen unterstützt statt gebremst werden? Wie wird Europa auf dem Weg zu einer europäischen Verfassung das Problem lösen? Jutta Limbach zeigt uns die Notwendigkeit, neue Formen des Politischen zu entwickeln.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.12.2003

An einen "Grundkurs zu den Themen Verfassung und Grundgesetz" fühlt sich Rezensent Rainer Hoffmann bei diesem Buch von Jutta Limbach erinnert. Limbachs Augenmerk gelte allerdings nicht der Paragraphenexegese, sondern der Offenheit des Grundgesetzes, das sie als "lebendes Instrument" verstehe und "im Lichte der heutigen Verhältnisse" interpretiere. Dabei verweise sie immer wieder auf die elementaren Aspekte direkter Demokratie. Wie Hoffmann darlegt, sieht Limbach in verantwortlich eingesetzten Formen direkter Bürgerbeteiligung an der politischen Willensbildung das "geeignete Mittel gegen politische und gesellschaftliche Entfremdung". Limbach verspreche sich davon eine Belebung der parlamentarischen Demokratie, die nicht nur ein Parteienprojekt, sondern auch ein Bürgerprojekt sei.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.12.2003

Mit den fünf in diesem Band abgedruckten Vorlesungen, die Jutta Limbach im letzten Wintersemester in Essen gehalten hat, ist die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts bei Patrick Horst keineswegs auf Zustimmung gestoßen. Gefallen haben ihm die Ausführungen immer dann, verrät der Rezensent, wenn es der Autorin nicht um ich Lieblingsprojekt, der "Anerkennung des idealen Aktivbürgers" geht, sondern sie "entschieden und wohlbegründet Stellung bezieht". Dies sei ihr sowohl in ihrem Plädoyer für die Freiheitsrechte der Bürger, auch und gerade in Zeiten der Terrorismusbekämpfung, als auch in ihrer Werbung für Toleranz und eine wirkliche Integration von Fremden, ihrer letzten Vorlesung, wirklich gelungen. Erschreckend hingegen seien ihre "wohlfeilen Populismen", ja geradezu befremdend wirke aber der "emphatische Überschwang", mit dem sie "Plebiszite den Parlamenten, Bürgerkonvente" den Parteien vorziehe. Gerade ihre Institutionenschelte hat den Rezensenten verwundert, schließlich hätten diese es doch mehr als gut mit ihr gemeint!

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.11.2003

Obgleich es sich bei diesem Buch eigentlich bloß um aktualisierte Versionen von im letzten Wintersemester am Essener Kulturwissenschaftlichen Institut gehaltenen Vorlesungen hält, wie Astrid Hölscher erklärt, wirke es doch wie ein Programm: "In sich geschlossen, parteilich ohne parteipolitische Verengung, mahnend, unbequem und notwendig". Die Rezensentin verhehlt nicht, dass sie mit einer Bundespräsidentin Jutta Limbach recht gut leben könnte. Vielleicht hat sie deshalb den Ton schon als nahezu "präsidial" empfunden. Jedenfalls umreiße die Autorin ein kohärentes politisches Konzept, ohne darauf zu vergessen, ihre Grenzen abzustecken und "Eckpunkte zu definieren", lobt die Rezensentin.

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