Aus dem Französischen von Helmut Ettinger. Als der französische Designer Christian Dior 1947 in Paris seine erste Kollektion präsentiert, revolutioniert er die Modewelt. Seine Kreationen vereinen Romantik, Weiblichkeit und Luxus und machen ihn über Nacht weltberühmt. Diors Schwester Catherine prägte seine Vision dabei mehr als jede andere - das Parfüm "Miss Dior" hat er nach ihr benannt. Doch ihre bewegende Geschichte wurde noch nie erzählt: Im besetzten Frankreich, als Christian seine Couture-Fähigkeiten verfeinerte, widmete sich Catherine dem Widerstand und wurde von der Gestapo verhaftet und nach Ravensbrück verschleppt … Justine Picardie war in zahlreichen Archiven und reiste zu den wichtigsten Orten in Catherines Leben. Sie zeichnet das Bild einer unerschrockenen Frau und zweier mutiger Geschwister, die in Paris wieder zusammenfanden und die Modewelt für immer veränderten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2022
Rezensentin Maria Wiesner findet spannend, wie Justine Picardie über Haute Couture schreibt: in Konfrontation mit den Gräueln des Zweiten Weltkriegs und vor der Frage, wie beides nebeneinander existieren konnte. Nachdem Picardie, ehemals Chefredakteurin des britischen Modemagazins "Harper's Bazaar", so Wiesner, zunächst über Christian Dior schreiben wollte, geht sie in ihrem Buch der sich als interessanter herausstellenden Lebensgeschichte seiner Schwester Catherine Dior nach, der das Parfüm "Miss Dior" gewidmete wurde und die in der Résistance kämpfte und ins Konzentrationslager kam. Wichtig scheint der Kritikerin hier auch die Biografie der Autorin, die selbst Tochter von jüdischen Holocaust-Überlebenden ist. Vom "Geist" ihrer Familie begleitet, schaffe Picardie aus der spärlichen Quellenlage gleichsam eine Geisterfigur der Catherine Dior, meint Wiesner. Esoterisch findet sie das nicht, sondern aufschlussreich in Bezug auf eine ganze Generation.
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