Winfried Seibert

Die Kölner Kontroverse

Legenden und Fakten um die NS-Verbrechen in Köln-Ehrenfeld
Cover: Die Kölner Kontroverse
Klartext Verlag, Essen 2014
ISBN 9783837512359
Kartoniert, 186 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Am 10. November 1944 wurden auf Geheiß der Gestapo dreizehn Deutsche in Köln-Ehrenfeld an einem Bahndamm erhängt. Seit Mitte der 1970er Jahre wird heftig darüber gestritten, ob die Ermordeten nur Mitglieder einer Diebesbande waren, oder sich unter ihnen auch Mitglieder der oppositionellen Edelweißpiraten befanden und die Toten als Widerstandskämpfer anzuerkennen sind. Die Kontroverse, massiv von den Medien beeinflusst, ist bis heute nicht beendet. Zum siebzigsten Jahrestag der Ereignisse trägt Winfried Seibert alle Fakten zusammen, die sich über die Ereignisse der Zeitzeugenaussagen, Gerichtsakten und wissenschaftlichen Untersuchungen ergeben. Auf dieser Basis setzt sich der Autor mit der Beurteilung der Vorgänge unter den unterschiedlichen Nachkriegsperspektiven auseinander: Waren unter diesen Opfern Edelweißpiraten, wenn ja, wie viele, und welche Rolle haben sie bei den Aktivitäten der Ehrenfelder Gruppe gespielt? War es lediglich eine kriminelle Gruppe, wie die Behörden im Rahmen der Entschädigungsverhandlungen befunden hatten, oder waren es dreizehn Kölner Jungen aus Ehrenfeld, die den Krieg beenden wollten und "starben, damit wir leben sollten" - wie es zeitweilig auf der Gedenktafel hieß?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.06.2015

Für die überfällige Bestandsaufnahme zur Ehrenfelder Gruppe und ihrer Hinrichtung in den letzten Kriegstagen scheint der Jurist und Historiker Winfried Seibert für den Rezensenten der Richtige zu sein. Der als Jurist mit den Rechtsstreitigkeiten um Ersatzansprüche befasste Autor liefert Günter Wollstein spannenden Stoff zum Nachdenken, indem er Legenden, Aussagen und Kontroversen rekonstruiert und die Frage, ob es sich bei den Ehrenfeldern nun um eine Diebesbande oder um Widerstandkämpfer handelte, prüft beziehungsweise als unangemessen darstellt. Insbesondere dem "Bandenchef" Hans Steinbrück scheint nach Wollstein im Buch Gerechtigkeit zu widerfahren.

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