Er ist einer der profiliertesten Vertreter des deutschen Judentums nach 1945: Der Wissenschaftler, Herausgeber und Publizist Julius H. Schoeps. In seinen Erinnerungen werden Motive und Motivationen für seinen Lebensweg lebendig: seine Kindheit im schwedischen Exil, die Jugend in Erlange, die prägenden Erfahrungen innerhalb der Sudentenbewegung in Berlin, sein Weg in die Wissenschaft, seine Jahre als Gründungsdirektor des Jüdischen Museums in Wien, sein besonderes Verhältnis zu Berlin. Zugleich wird aber auch das Unbehagen über die "deutsche Krankheit" deutlich: über die Besonderheiten, die das jüdische Leben in Deutschland noch immer prägen und belasten, vom Antisemitismus bis hin zur Goldhagendebatte.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 20.03.2003
Der Historiker Julius Schoeps lässt seine Lebensstationen Revue passieren, und Harry Pross folgt ihm in seiner etwas verdunkelnden Besprechung auf den Spuren, vom Pfadfinderlager zum Studium in Berlin, vom Salomon-Steinheim-Institut in Duisburg zum Jüdischen Museum in Wien. Eine Hommage an den Vater, den protestantisch-jüdischen Aristokraten, habe Schoeps geschrieben; quer zur politischen Kultur der Bundesrepublik stand er, als Student schon und zu Kohls Zeiten noch immer. Schoeps Rückblicke haben Pross zum Nachdenken über die bundesdeutsche Art der Erinnerung an den Holocaust und das deutsch-jüdische Verhältnis gebracht. Nicht Gras dürfe über das Unrecht wachsen, sondern "mit den Wurzeln" müsse es ausgerissen werden - doch in einer Gegenwart der Globalisierung komme es auf andere Werte an: die von "Hobbes, Malthus und Darwin".
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