Daniel Glattauer

Alle sieben Wellen

Roman
Cover: Alle sieben Wellen
Deuticke Verlag, Wien 2009
ISBN 9783552060937
Gebunden, 224 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Sie kennen Emmi Rothner und Leo Leike? Dann haben Sie also "Gut gegen Nordwind" gelesen, jene ungewöhnliche Liebesgeschichte, in der sich zwei Menschen, die einander nie gesehen haben, per E-Mail rettungslos verlieben. Zweitens: Für Sie ist die Geschichte von Emmi und Leo und ihrer unerfüllten Liebe abgeschlossen. Mag sein. Aber nicht für Emmi und Leo! Drittens: Sie sind der Ansicht, dass die Liebenden zumindest eine einzige wirkliche Begegnung verdient hätten und der Roman eine zweite Chance auf ein anderes Ende? Bitte, hier haben Sie's! Viertens: Sie haben keine Ahnung, wovon hier die Rede ist? Kein Problem. In diesem Buch erfahren Sie alles: von Leos Rückkehr aus Boston, von Emmis Eheproblemen und von der siebenten Welle, die immer für Überraschungen gut ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.06.2009

Ist das schon die Zukunft?, fragt Burkhard Müller etwas bang angesichts der Fortsetzung von Daniel Glattauers E-Mail-Roman "Gut gegen Nordwind". Die Lovestory zweier Festplatten mit Namen Emmi und Leo schaut für ihn mitunter zwar albern aus, doch beschleicht Müller auch die Ahnung: Genauso unfleischlich könnte es einmal zugehen, wenn zwei sich verlieben. Eine Trennung von Leib und Seele, wie sie radikaler nicht sein könnte. Dass es sich dabei vorrangig um Literatur handelt, will Müller allerdings nicht wahr haben. Wie "Feuchtgebiete" liest er das Buch lieber als "Ereignis der Sittengeschichte" und Spiegel einer neuen sozialen Wirklichkeit.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.03.2009

Ausufernde Dialoge wie bei Rosamunde Pilcher, deren Dramaturgie allerdings bei Samuel Beckett abgeschaut sei, haben Rezensentin Judith Luig die Lektüre dieses, (aus Sicht eines Mannes geschriebenen) Liebesromans nicht immer leicht gemacht. Wie sie schreibt, knüpft Daniel Glattauer hier an sein bestsellendes Buch "Gut gegen Nordwind" an. Allzu hohe Ansprüche scheinen hier, trotz des Stichworts "Beckett", allerdings nicht erfüllt zu werden: eine "durch Klischees und leicht durchschaubare Effekte" geprägte Sprache, wenig ausformulierte Gedanken und erst recht keine spezielle Einführung der Protagonisten, die wohl als bekannt vorausgesetzt würden. Trotzdem wird die Geschichte aus Sicht der Rezensentin an der Stelle interessant, als das Paar, das sich im Wesentlichen durch Email-Kommunikation näher gekommen ist, nun eine reale Begegnung plant. Aber nur dort, wo der Roman die Untiefen der digitalen Kommunikation auslote, sei er spannend, sonst auf Grund seines konservativen Rollenbildes eher unter "Opium des Patriarchats" zu verbuchen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2009

Daniel Glattauer hat ein Versprechen gebrochen, und es war keine gute Idee, findet die Rezensentin Sandra Kegel. Das Verbrechen war, dass er seinen bei Publikum wie Kritik erfolgreichen E-Mail-Roman "Gut gegen Nordwind" nicht fortsetzen würde. Nun hat er es doch getan. Die beiden Protagonisten Emmi und Leo, die sich im Vorgänger im Medium der E-Mail, nicht aber im richtigen Leben, näher und nahe kamen, sitzen also wieder am Rechner. Sie, Emmi, ist nun verheiratet, aber nicht unbedingt glücklich. Er, Leo, ist Assistent an der Uni, mit wenig stabilem Beziehungsleben. "Temporeiche Wortwechsel" gibt es auch hier, das räumt Kegel ein, und die Lektüre macht durchaus noch Spaß. Der "Zauber" aber ist weg, die Idee hat für sie beim zweiten Aufguss wesentliche Geschmacksstoffe verloren.
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