"Da war eine kleine Wolke / von Kinderhänden gehängt / in einen leeren Himmel." So könnte eine kleine Schöpfungsgeschichte anfangen, aus den Kindertagen, als es noch so aussah, als sei die Welt überschaubar, und das war sie natürlich schon damals nicht. Weil sie es aber auch später nicht geworden ist, brauchen wir Gedichte, wirklich: Auch sie sind, jedes für sich und alles in allem, kleine Schöpfungsgeschichten. Ein Wort, ein Satz, und aus Bildern und Klängen, Erinnerungen und Phantasien entsteht ein neuer Kosmos, der an Empfindungen rührt, die wir kennen, und in Bereiche führt, die wir uns mit seiner Hilfe erst erschließen. Klaus Reichert weiß viel von diesem demiurgischen Zauber, und er weiß auch viel von den frühen Jahren, der Liebe, dem Wetter um uns und der Natur in uns. Das bringen diese Gedichte zu uns herüber.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2010
Rezensent Hans-Herbert Räkel lobt den Autor als Übersetzer. Dass Klaus Reichert nun selber dichtet, kann er ihm nicht verübeln. Und wenn Reichert die Selbstverleugnung gelingt, findet Räkel die in diesem Band versammelten Texte über Erlebtes, Vergangenes und die Liebe sogar gelungen. Leider ist das nicht immer der Fall, und Räkel vernimmt den Autor hinter den Zeilen. Einmal in seinem "betulichen" Bemühen um Effekte. Ein anderes Mal im Versuch, "erotisch zu werden". Laut Räkel ein eher peinliches Unternehmen.
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