Wie die Welt denkt
Eine globale Geschichte der Philosophie

C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN
9783406830945
Gebunden, 442 Seiten, 34,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Frank Lachmann, Karin Schuler und Thomas Stauder. Die Globalgeschichte der Philosophie Überall auf dem Planeten stellen Menschen dieselben grundlegenden Fragen: Woher wissen wir, was wir wissen? Was ist die Welt? Was bedeutet es, ein Individuum zu sein? Und wie sollen wir leben? Aber diese vier Fragen werden nicht überall gleich beantwortet. Baggini erkundet die Geschichte der Philosophen Japans, Indiens, Chinas und der arabischen Welt sowie die weniger bekannten mündlichen Traditionen Afrikas und der indigenen Völker Australiens. Dafür hat er zahllose Gespräche mit lebenden Philosophen und Philosophinnen aus aller Welt geführt. Baggini zeigt uns in seinem beeindruckenden Buch, dass ein tieferes Verständnis der Denkweisen anderer der Schlüssel ist, um auch uns selbst besser zu begreifen.Eines der großen Wunder der Menschheitsgeschichte besteht darin, dass die schriftliche Philosophie in China, Indien und im antiken Griechenland mehr oder weniger zur gleichen Zeit und völlig unabhängig voneinander entstand. Diese frühen Philosophien hatten einen tiefgreifenden Einfluss auf die Entwicklung unterschiedlicher Kulturen in verschiedenen Teilen der Welt. Was wir im Westen "Philosophie" nennen, ist nur ein Teil des großen Ganzen. Julian Baggini nimmt uns mit auf eine Reise durch die verschiedenen philosophischen Strömungen der Welt.
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Info)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 30.06.2025
Mit Gewinn schmökert Rezensent Michael Hesse in Julian Bagginis Buch über die Philosophien dieser Welt. Baggini hat es sich laut Hesse zum Ziel gesetzt, den Eurozentrismus der Disziplin zu überwinden, er möchte nichtwestliche Philosophien nicht aus einer Perspektive der vergleichenden Kulturwissenschaft analysieren, sondern als Philosophie ernst nehmen. Dafür reist er um die Welt und spricht mit Experten - diese Gesprächspassagen gefallen dem Rezensent besonders gut. Hesse geht auf einige Beispiele ein, auf einen indischen Philosophiekongress etwa, auf dem es um die Bedeutung des Sehens geht. In China und Japan ist das philosophische Denken weniger auf Individuen als auf soziale Dynamik fokussiert, lernt Hesse. "Anregende" Lektüre, findet er.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 02.06.2025
Julian Baggini zeigt "intellektuelle Empathie" in seinem Buch, das sich zum Ziel setzt, weniger bekannte, aber durchaus relevante Strömungen der Philosophie insbesondere aus Fernost vorzustellen, befindet Rezensent Ingo Arend. Ihn beschäftigen dabei Theoreme zwischen Tradition und Selbst, deren Auslegung er miteinander vergleicht, so sieht er beispielsweise Ähnlichkeiten zwischen dem indischen Begriff der "Pratyaksha" als sinnlicher Wahrnehmung und Aristoteles' Prinzip der Wahrnehmungsschärfung durch Erfahrung, erfahren wir. Arend findet das informativ und anregend, aber nicht immer ganz frei von "Relativismus" und unnötiger Zuspitzungen über die Unterschiede zwischen östlicher und westlicher Philosophie.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.04.2025
Rezensent Guido Kalberer stößt im Buch des englischen Autors Julian Baggini auf unzulässige Verkürzungen. Der Krise des Westens möchte der Autor mit östlicher Weisheit begegnen und mit einer Aufhebung des binären westlichen Denkens und denkt dabei selber binär, kritisiert Kalberer. Weder kommen im Buch die Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West vor, noch berücksichtigt Baggnini Unterschiede innerhalb östlicher Denkweisen, so der Rezensent. Zu dem Mangel an Differenzierung und einigen recht "schlichten" Thesen kommen bei Baggini noch Zitate in einer Menge hinzu, dass Kalberer schwindelt. Über die Westlichkeit des Westen ließe sich besser streiten, glaubt er.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.03.2025
Rezensent Alexander Roesler erfährt in dieser "flüssig" verfassten und übersetzten Philosophiegeschichte des Philosophen Julian Baggini, wie sich westliche von nichtwestlicher Philosophietradition bei Begriffen wie Zeit, Logik, Selbst oder Tugend unterscheidet. Vor allem auf das nichtwestliche Denken lässt sich der Autor ein und zeigt dabei große Kenntnis, so Roesler. Der mit Anekdoten und aktuellen Bezüge versehene Text bleibt laut Roesler zurückhaltend, eher nicht urteilend und immer gut verständlich. Überraschend für den Rezensenten: Bei der Ethik ergeben Bagginis Erkundungen große Übereinstimmungen. Manchmal scheint es dem Rezensenten allerdings, als entgehe dem Autor die ein oder andere Grundvoraussetzung der westlichen Philosophie.