Mit Online-Materialien. "Du Jude" ist eines der gebräuchlichsten Schimpfwörter auf deutschen Schulhöfen. Stigmatisierung, Beleidigung, Bedrohung und Gewalt gehören zum Alltag vieler jüdischer Schüler_innen in Deutschland - trotz aller gesellschaftlichen und pädagogischen Bemühungen, Antisemitismus zu bekämpfen. Julia Bernstein erschließt das Problemfeld Antisemitismus an Schulen in einer qualitativ-soziologischen Forschung und analysiert erstmalig aus den Perspektiven der betroffenen Schüler_innen und Lehrkräfte die Befunde vor historischen und theoretischen Hintergründen. Diese neue Herangehensweise macht den Band zusammen mit der Darstellung konkreter Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit Antisemitismus zu einem unverzichtbaren Begleiter für Unterrichtsgestaltung und das soziale Miteinander an Schulen und darüber hinaus.
Auf dieses Buch hat Rezensent Micha Brumlik gewartet. Denn gerade jetzt, da insbesondere der isrealbezogene Antisemitismus immer höhere Zustimmungswerte erzielt, ist Aufklärung dringend notwendig, findet der Rezensent. Julia Bernstein hat nun ein Werk herausgegeben, indem nicht nur die verschiedenen Erscheinungsformen des Antisemitismus erklärt werden, es liefert auch eine fundierte Analyse zum Antisemitismus in Schulen und bietet konkrete Handlungsempfehlungen für Lehrer und Erzieher. Nicht mit allen diesen Empfehlungen der Autoren ist Brumlik einverstanden. So hält er es beispielsweise für falsch, Diskussionen mit Schülern oder Studenten abzubrechen, sobald antisemitische Äußerungen ins Spiel kommen. Trotzdem und auch wenn die Lektüre aufgrund der Länge und des hohen Anspruchs mühsam erscheinen mag, empfiehlt er sie allen Lehrkräften, denen "Zeitgeschichte und staatsbürgerliche Bildung am Herzen liegt", und zwar dringend.
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