Neu übersetzt aus dem Französischen von Michael Kleeberg. Im ausgehenden 18. Jahrhundert nehmen im bergumschlossenen Forez am Fuß der Cevennen Madame de Ferjol und ihre aufblühende Tochter anläßlich der Fastenzeit für mehrere Wochen einen wandernden Mönch bei sich auf, wie es in den wohlhabenden Häusern jener Zeit Brauch war. Der Prediger und Beichtvater pflanzte nicht nur die Furcht Gottes sondern die Hölle in die Herzen der beiden Damen de Ferjol. Dies ist der Ausgangspunkt einer Muttertochterbeziehung, die in ihrer Gnadenlosigkeit wahre Abgründe berührt. Aus scheinbar unbedeutenden Anzeichen einer Verfehlung entwickelt sich ein unentrinnbares Schicksal zweier Menschen, das alles in Frage stellt. Der Roman wurde erstmals 1883 veröffentlicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2000
Christoph Bartmann scheint es zu begrüßen, dass dieser - seinerzeit sehr populäre - Schauerroman nun in einer neuen Übersetzung erschienen ist. "Spannend und grauenvoll ... von der ersten Seite an " findet er dieses Buch, das teilweise an einem Ort spielt, der "wohl als einer der tristesten Flecken der Weltliteratur gelten" könne. Besonders scheint Bartmann das auf den ersten Blick eher Widersprüchliche in dem Roman zu gefallen: so treffen "religiöse Selbstzucht" und Satanismus aufeinander, Frömmigkeit, Somnambulismus und auch Ironie. Bartmann macht dafür teilweise die Wandlung des Autors vom Dandy zum christlichen Moralisten verantwortlich.
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