Aus dem Ungarischen von György Buda. Das Nachwort von György Dalos. Das junge slowakische Bauernmädchen Antschurka verschlägt es nach dem Tod ihrer Mutter in das verschlafene Städtchen Podolin, wo sie in dem Haushalt des schwerreichen Junggesellen Riminszky Unterschlupf findet. Den grimmigen Hausherrn scheint eine geheimnisvolle Beziehung mit dem neuen Besitzer der halb verfallenen Burg Nizsder zu verbinden, den noch nie jemand gesehen hat. Die Spuren führen zurück in die Studentenstadt Heidelberg, zur zarten Liebe einer Uhrmacherstochter und zu einer tragisch ausgegangenen Dreiecksgeschichte. Antschurka und ihre geliebte Katze finden sich bald in der düsteren Burg wieder - und die Ereignisse nehmen eine dramatische Wendung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2009
Tilman Spreckelsen kann sich gut vorstellen, dass der 1906 von Gyula Krudy verfasste und nun erstmalig auf Deutsch vorliegende Roman "Das Gespenst von Podolin" nicht unter allen Lesern Freunde finden wird. Die mit allen Motiven des schon Anfang des 20. Jahrhundert aus der Mode gekommenen Schauerromans bestückte Handlung um gequälte Waisenmädchen, mit dem Teufel um die Wette trinkende Burgherren oder Harfe spielende Uhrmachertöchter stellt sich in der Summe als ausgemachte Groteske dar, erklärt der Rezensent. Nach einem fassbaren Sinn dürfe man dabei nicht fragen, so Spreckelsen, der betont, dass der ungarische Autor weder ein Gesellschaftsporträt noch eine wirklichkeitsnahe Schilderung von Land und Leuten verfolgte. Dafür geht es laut Rezensent aber um "Gedenken und Vergessen", das, wie er glaubt, eigentliche "Hauptthema" in diesem turbulenten Roman. Trotz der völlig unglaubwürdigen und im hohen Maße unplausiblen Handlung stellt diese Geschichte ein großartiges Lesevergnügen dar, für diejenigen, die sich auf den spielfreudigen "Erzählfuror" des Autors einlassen können, wie der Rezensent versichert.
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