Als Nachkriegskind und Angehöriger jener Generation, deren Eltern noch das NS-Regime und den Zweiten Weltkrieg miterlebten, ist der Grünen-Politiker Jürgen Trittin Zeuge und Protagonist der politischen Geschichte Deutschlands seit den frühen Siebzigerjahren: Als Student und Hausbesetzer erlebte er die sozialliberalen Jahre, während der Kohl-Regierung der Achtziger baute er die Grünen mit auf, war Landesminister und ebnete den Weg zur Regierungsbeteiligung 1998 und erneut 2021. Wie kaum ein anderer hat er immer wieder gezeigt, wie ökologisch verantwortungsvolle Sachpolitik funktioniert. Entlang der Wegmarken seines politischen Lebens schildert Jürgen Trittin in vier autobiografischen Essays zu Demokratie, Gleichheit, Ökologie und internationaler Politik, was unverzichtbare Stellschrauben für eine wertegeleitete Realpolitik heute und in Zukunft sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.09.2024
So wirklich glücklich wird Rezensent Peter Fahrenholz mit den Memoiren von Jürgen Trittin nicht: Zu vieles von dem, was wirklich interessant gewesen wäre, wird ihm zufolge ausgespart. Weder eine vernünftige Aufarbeitung der eigenen Position zur RAF, noch einen tieferen Einblick in die parteiinterne Rivalität zu Joschka Fischer oder in die Debatte um eine deutsche Beteiligung im Kosovo-Krieg bekommt Fahrenholz hier geboten. Stattdessen manifestiert sich bei ihm der Eindruck, dass zwar vieles, wie der Atomausstieg, den Trittin als "Erfolgsstory" bezeichnet, in fast überbordendem Detail geschildert wird, die eigentlichen Fragen aber leider an den Rand gedrängt werden.
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