Jürgen Roth

Mich können Sie nicht stoppen, ich bin da!

Ein Porträt in Originaltönen
Cover: Mich können Sie nicht stoppen, ich bin da!
Antje Kunstmann Verlag, München 2012
ISBN 9783888977640
CD, 140 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Gehasst und verehrt, vergöttert und verflucht: Franz Josef Strauß war der umstrittenste Politiker der alten Bundesrepublik. Man verachtete ihn, oder man huldigte ihm, bisweilen wie einem König. Auf dem Höhepunkt seiner Macht innerhalb der Union, im Bundestagswahlkampf 1980, der die Republik in zwei sich erbittert befeindende Lager teilte, unterlag Strauß dem Amtsinhaber Helmut Schmidt. Ausfälle, Invektiven, Injurien, Pöbeleien - und hochkomische Stegreifwendungen, fantasievolle Bilder, barocke Satzbauten: Mit dem Redner Strauß konnten es lediglich seine schärfsten politischen Gegner Herbert Wehner und Helmut Schmidt aufnehmen. Diese Doppel-CD zeichnet die vielen, oft eskalierenden Rededuelle im Deutschen Bundestag nach, sie dokumentiert den bajuwarischen Bierzeltrhetor genauso wie den grandiosen Redner und skrupellosen Taktiker.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2012

Mit Jürgen Roths neuem Hörbuch über Franz Josef Strauß geht Rezensent Hannes Hintermeier hart ins Gericht. Abgesehen davon, dass der Kritiker nicht versteht, warum das Hörbuch gerade jetzt erscheint, hat ihn die thematisch angeordnete Collage aus Tondokumenten meist verwirrt. Während Hintermeier sich bei den wortmächtigen Streitgesprächen, die Strauß etwa mit Helmut Schmidt führte, durchaus amüsiert hat, stört ihn das in schlechter Tonqualität dazwischen geschnittene, "wenig aussagekräftige" Interview mit Gerhard Polt. Vor allem ärgert sich der Rezensent über Roths Analyse, die nur zu dem Schluss komme, Strauß sei ein "korruptes, alkoholkrankes, skrupelloses Machtschwein" gewesen. Vielmehr hätte sich Hintermeier eine neue Einordnung des Mannes hinsichtlich der Zeitgeschichtsschreibung gewünscht. Und dass sich Sprecher Gert Heidenreich auch noch zu "peinlichen" Strauß-Imitationen hinreißen lässt, macht dieses "folkloristische" Hörbuch nicht besser, meint der genervte Rezensent.