Jürgen Leinemann

Höhenrausch

Die wirklichkeitsleere Welt der Politiker
Cover: Höhenrausch
Karl Blessing Verlag, München 2004
ISBN 9783896671561
Gebunden, 20 Seiten, 496,00 EUR

Klappentext

Noch nie war Politikverdrossenheit derart weit verbreitet, noch nie war das Ansehen der Politiker so katastrophal: Wo leben die eigentlich? Wissen die noch, wie es zugeht in der alltäglichen Welt, oder haben sie den Kontakt zur Wirklichkeit verloren? Fast 40 Jahre lang hat Jürgen Leinemann in Washington, Bonn und Berlin beobachtet, wie die Politiker von Generation zu Generation schicksalsärmer, farbloser und austauschbarer wurden. Je weniger sie vom Leben und durch die Geschichte geprägt sind, desto anfälliger erweisen sie sich für die Privilegien und die hektische Selbstgenügsamkeit des politischen Betriebes...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.11.2004

Zwar lang, aber kein bisschen langweilig findet der Rezensent Jürgen Busche den Rückblick des politischen Journalisten Jürgen Leinemann auf vierzig Jahre Berufspraxis im Umfeld politischer Größen. Dabei ist eine ganze Galerie von Porträts entstanden, lobt Busche, die man nicht nur "mit angehaltenem Atem" liest, sondern die so manche gefasste Meinung über den einen oder anderen Politiker revidieren lässt. Auch wenn Leinemanns Sympathien spürbar eher den Sozialdemokraten gelten, so wirke doch die Einteilung in Generationen bei ihm stärker als die in Fraktionen. Doch Leinemann erzähle noch eine andere Geschichte in seinem Buch, die nämlich der formenden und verzerrenden Kräfte des politischen Amtes, das die Welt des Politikers zunehmend seiner Wirklichkeit beraube. Leinemanns großzügig kredenzten Journalistenweisheiten allerdings kann der Rezensent nicht viel abgewinnen, zumal der Autor dabei Unpassendes ausklammert, etwa, dass der dauerhaft beobachtende Blick des Reporters den Politiker in seinem Selbstbild mitgestaltet. Und so möchte der Rezensent - der angesichts dieses spannenden Buches nicht meckern will - zumindest erwähnt wissen: Die von Leinemann gepredigte politikernahe Berichterstattung ist nicht die einzige Spielart des politischen Journalismus.
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