Von Frank Decker, Marcel Lewandowsky und Marcel Solar. Die Unzufriedenheit mit den Institutionen der Demokratie wächst. Die Wahlbeteiligung geht auf allen Ebenen zurück, die etablierten Parteien verlieren an Zuspruch und Protestereignisse häufen sich. Gleichzeitig rufen die Bürger nach anderen und besseren Formen der Partizipation. Welche Ursachen stehen hinter diesen Entwicklungen? Wie lassen sich neue Beteiligungsangebote in das vorhandene Regierungssystem integrieren? Führen solche Angebote zu einer breiteren Interessenberücksichtigung oder verschärfen sie die politische und soziale Ungleichheit? Diesen Fragen geht das vorliegende Buch nach. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Umfrage im Land Nordrhein-Westfalen, deren Ergebnisse im Kontext aktueller demokratietheoretischer und -politischer Debatten interpretiert werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2013
Die Gelassenheit der Autoren dieses Sammelbandes zum Thema Wählerpartizipation steht laut Stefan Dietrich im Widerspruch zum alarmistischen Buchitel. Dass die Autoren das Ergebnis ihrer Arbeit bereits im Vorwort ausplaudern, schmälert Dietrichs Lektüregewinn zwar ein wenig. Die Grundkonflikte, etwa den Zusammenhang zwischen sozialer Spaltung und Wählerbeteiligung, lässt sich der Rezensent dennoch gerne auseinandersetzen, um sodann mit den Beiträgern zu fragen: Wie lässt sich das lösen? Jedenfalls nicht mit den Schnuppermitgliedschaften der Parteien, wie Dietrich hier lernt. Den Konnex zwischen abnehmender Nutzung traditioneller Medien und schwindender Wahlbeteiligung hätten die internetfixierten Autoren indessen durchaus erkennen dürfen, findet der Rezensent. Die auf Nordrhein-Westfalen fokussierte Studie bietet ihm allerdings einen empirisch geerdeten Überblick über mögliche Beteiligungsformen.
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