Das Buch 'Skandalpartei FDP' ist die schonungslose Analyse eines Mannes, der sich 35 Jahre lang in den inneren Machtzirkeln bewegte. Er war Bundesgeschäftsführer der FDP, Chef der Friedrich Naumann Stiftung, hat Jürgen Möllemanns 'Strategie 18' entwickelt und war zuletzt Wahlkampfberater von Guido Westerwelle. Die Wahlen in Brandenburg und Sachsen haben gezeigt, dass die Politik- und vor allem die Parteienverdrossenheit dramatische Züge annimmt. Ist die FDP nur der Vorläufer einer Systemkrise? Am Beispiel dieser Partei zeichnet der Autor Dr. Fritz Goergen ein erschreckendes Insider-Bild vom FDP-Parteimanagement, das mit politischen Ideen nichts mehr zu tun hat: "Die FDP ist von einer stolzen Dauerregierungspartei zu einem blassen Lobbyistenverein abgestiegen, dem allmählich das politische Personal ausgeht. Selbstdarsteller und Geschäftemacher haben die Idee des Liberalismus zerstört."
Der Rezensent Warnfried Dettling findet dieses Buch über den Bedeutungsverlust der FDP spannend, weil es nicht nur die Geschichte einer Partei erzählt, sondern Aussagekraft über die gesamte politische Landschaft der Gegenwart besitzt. Der Autor ist jemand, der die FDP besser als kaum ein anderer kennt. Als alter Strippenzieher in der Partei - unter anderem ist er der Erfinder der "Strategie 18" - hat er zwar auch noch die eine oder andere Rechnung mit seinen ehemaligen Parteifreunden offen. Das sollte potenzielle Leser jedoch nicht von der Lektüre abschrecken, denn neben den bereits erwähnten spannenden Interna aus dem Politbetrieb beschreibe der Autor anschaulich die "personelle und konzeptionelle Schrumpfung" der Partei und mache damit deutlich, dass die FDP zu einer politischen Institution geworden ist, "ohne die Deutschland politisch nicht ärmer wäre".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2004
"Allerlei Einblicke in das Innenleben der FDP" gewährt dieses Buch des langjährigen FDP-Mitglieds Fritz Goergen nach Ansicht von Rezensent Volker Zastrow. Goergen, inzwischen aus der Partei ausgetreten, erzähle darin unter anderem sein politisches Leben, beginnend mit dem Eintritt als Linksliberaler in eine FDP, in der damals - Ende der sechziger Jahre - ein Richtungsstreit begonnen hatte, der seiner Analyse nach mit der Entscheidung für das Ende der "sozialliberalen" Koalition 1982 entschieden wurde. Damit habe für Goergen der Niedergang der zur Partei der Besserverdienenden mutierten FDP begonnen, ein Umstand mit dem sich der Autor nicht abfinden wolle. Zastrow würdigt das Buch, in dem Goergen aus Vorlieben und Abneigungen kein Geheimnis mache, aber keine Rache übe, als "ungewöhnliche Quelle in der Parteienliteratur". Besonders aufschlussreich findet er die Passagen zur Parteienfinanzierung, über die Goergen als ehemaliger Geschäftsführer der Friedrich-Naumann-Stiftung und zeitweiliger Bundesgeschäftsführer der Partei mehr wisse als mancher andere.
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