Jürgen Brocan (Hg.)

Sehen heißt ändern

Dreißig amerikanische Dichterinnen des 20. Jahrhunderts
Cover: Sehen heißt ändern
Edition Lyrik Kabinett, München 2006
ISBN 9783980715089
Gebunden, 354 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben, übertragen und mit einem Nachwort versehen von Jürgen Brocan. Lyrik von dreißig amerikanischen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts: Mary Barnard, Louise Bogan, Amy Clampitt, Rita Dove, Elaine Equi, Kathleen Fraser, Alice Fulton, Isabella Gardner, Louise Glück, Jorie Graham, Barbara Guest, Ellen Hinsey, Carolyn Kizer, Denise Levertov, Amy Lowell, Marianne Moore, Hilda Morley, Marilyn Nelson, Lorine Niedecker, Sharon Olds, Alicia Suskin Ostriker, Linda Pastan, Adrienne Rich, Muriel Rukeyser, Kay Ryan, Ruth Stone, May Swenson, Marilyn L. Taylor, Mona van Duyn, Miriam Vermilya.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2007

Geradezu emphatisch feiert Marica Bodrozic diese Gedichtanthologie amerikanischer Dichterinnen, die der Lyriker Jürgen Brocan zusammengestellt und übersetzt hat. Vertreten sind solch bekannte Stimmen Marianne Moores und Louise Bogans, aber aufregender noch findet Bodrozic hierzulande eher unbekannte Dichterinnen wie Denise Levertov, Lorine Niedecker oder Muriel Rukeseyer. Was die unterschiedlichen, um Natur, Leben und Tod kreisenden Gedichte für die Rezensentin kennzeichnet, sind ihr "Eigensinn", ihre "poetische Willkür" und dass sie alle, wie Bodrozic es beschreibt, davon erzählen, "wie man einen Schmetterling halten kann, ohne ihn in Staub zu verwandlen". Eilzabeth Bishop und Laura Riding sind nicht vertreten, denn wie die Rezensentin dem isntruktiven Nachwort entnommen hat, haben die sich testamentarisch dagegen gewehrt, jemals in eine auf Frauen begrenzte Anthologie aufgenommen zu werden.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2007

Dass diese Anthologie von dreißig amerikanischen Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts nicht zu einem feministischen Manifest geworden ist, kann Angela Schader nur begrüßen. "Schrille Töne" würden vermieden, die Themen seien Natur, Kunst und Alltag entnommen. Mit der Strategie des Herausgebers Jürgen Brocan, auf einige berühmte Namen zu verzichten und dafür hierzulande weitgehend unbekannten Autorinnen den Vorzug zu geben, kann sich Schader anfreunden. Brocan konzentriere sich bei seiner Auswahl der Gedichte auf thematische Bezüge, was dem Band zu einer "inneren Kohärenz" verhelfe. Der weibliche Ton bleibe aber trotzdem spürbar. Die Übersetzung setze auf "Zurückhaltung, Schlichtheit und Textreue", was zwar manchmal das Reimschema sprenge, insgesamt aber in den Augen der Rezensentin die bessere Lösung zu sein scheint.
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