Juan Gabriel Vasquez

Die Reputation

Roman
Cover: Die Reputation
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783895610097
Gebunden, 192 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Susanne Lange. Javier Mallarino ist eine lebende Legende. Er ist der einflussreichste politische Karikaturist Kolumbiens, ein Mann, der in der Lage ist, ein Gerichtsurteil zu kippen, einen Bürgermeister zu stürzen oder ein Ministerium ins Wanken zu bringen - dazu braucht er nur Papier und Feder. Politiker wie Regierung fürchten seinen gnadenlosen Blick. Mit 65 Jahren, nach vier Jahrzehnten einer glänzenden Karriere, liegt ihm das Land zu Füßen. Doch dann erhält er unerwartet Besuch von einer jungen Frau, die ihn mit einer lange vergangenen Nacht konfrontiert, und zum ersten Mal wird die Verantwortung für seine Zeichnungen zu einer Bürde. Der kolumbianische Romancier Juan Gabriel Vásquez erzählt von der Last der Vergangenheit und dem Versagen der Erinnerung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2016

Rezensentin Katharina Teutsch lässt sich in ihrer Nacherzählung von Juan Gabriel Vasquez' Novelle "Die Reputation" schließlich doch noch zu einigen Urteilen hinreißen -die fallen aber immerhin hymnisch aus: Geradezu virtuos erzähle Vasquez von einem Karikaturisten, der sich auf der Höhe seines Ruhmes an einen Politiker erinnert, den er dreißig Jahre zuvor durch seine bösartigen Zeichnungen in den Selbstmord trieb, schreibt die Kritikerin. Wie der kolumbianische Autor die zunehmende Verunsicherung seines eitlen Helden, der auch die eigene Reputation hinterfragt, schildert, erscheint Teutsch wie ein "optisches Experiment", das die Urteilskraft der eigenen Wahrnehmungen untersucht. Nicht zuletzt lernt die Rezensentin in dieser angenehm kurzen Novelle einiges über die Macht von Karikaturen - und so verzeiht sie gern den allzu "pathetischen" Schluss.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 21.05.2016

Hier die korrupte, heuchlerische feine Gesellschaft Bogotas, dort der gnadenlos aufspießende Karikaturist - zwischen diesen beiden Polen spielt der Roman von Juan Gabriel Vásquez, Partei ergreift er jedoch für keinen von beiden, erzählt Marko Martin, den diese "kühle, ja kalte" Schilderung sichtlich beeindruckt hat. Denn bald lernt er, dass der Karikaturist mit einer Zeichnung einen Politiker vernichtet hat, der zwei kleine Mädchen missbraucht haben soll. Aber war das die Wahrheit? Dass Infragestellen einer Figur, die auf den ersten Blick moralisch einwandfrei erscheint, hat Martin jedenfalls imponiert.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.04.2016

Das Besondere an diesem verhältnismäßig kurzen Roman, so schreibt Ruthard Stäblein, seien die unterschiedlichen Lesarten, die das Aufeinandertreffen eines Starkarikaturisten und einer jungen Frau zulassen würden. Kritik an der Medienmacht? Ein schwaches Gedächtnis? Oder nur die Avancen eines alten Mannes? Durch das Nachdenken über das mögliche Geschehen entwickelt sich Juan Gabriel Vásquez' Buch "Die Reputation" für den Kritiker zu einem "schillernden Objekt". Er zeigt sich begeistert davon, wie packend der kolumbianische Autor mit seinen Figuren spielt. Die Übersetzung durch Susanne Lange lobt Stäblein als "wortklug und versiert".
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