"Das ist doch jetzt alles nicht wahr!" Was das Schicksal ihm da untergejubelt hat, ist selbst für den lässigsten Wolf eine Zumutung: Weil es ihm versehentlich das Leben rettete, hat er plötzlich ein... Kaninchen am Hals. Kaninchen! Die verputzt man und gut! Wäre da nicht der Wolfskodex, der ihn verpflichet, nun seinerseits für das Wohlergehen des kleinen Nagers zu sorgen. Von Zumutungen kann das Kaninchen ein Lied singen, schließlich schleppt es einen lästigen Tropf und einen meterlangen Medikamentenplan durchs Leben. Diese Infusionen, die ständige Übelkeit. Und jetzt auch noch ein Wolf! Wölfe! Die verputzen einen und aus! Aber dieser Wolf ist ... anders. Eine ungewöhnliche Schicksalsgemeinschaft auf einem Roadtrip mit allem, was dazu gehört: schießwütige Jäger, billige Motels, Bären, gefrierende Infusionsbeutel. Und die große Frage, ob es wirklich nur der Wolfskodex ist, der sie aneinander bindet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.11.2022
Rezensent Siggi Seuss ist bei der Lektüre von Josephine Marks Comic über die abenteuerliche Reise zweier ungleicher Tiere "zum Heulen froh zumute". Es ist vor allem die zarte Freundschaft, die sich zwischen dem krebskranken Kaninchen und dem verletzten Wolf entwickelt, welche Seuss rührt. Marks Zeichnungen sind voller Humor und einer liebevollen Aufmerksamkeit für Details, ihre Darstellungen der beiden Hauptcharaktere karikaturhaft reduziert, lesen wir. Und doch entwickeln Kaninchen und Wolf durch die Texte eine Tiefe und Ambivalenz, die sie ungemein lebensnah erscheinen lässt. Eine in beiden Sinnen des Wortes fabelhafte Geschichte über Krankheit und Freundschaft, so der begeisterte Rezensent.
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