Joseph Boyden

Durch dunkle Wälder

Cover: Durch dunkle Wälder
Albrecht Knaus Verlag, München 2010
ISBN 9783813502718
Gebunden, 448 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ingo Herzke. Mit Joseph Boyden hat die kanadische Literatur eine kraftvolle Stimme, die weit über die Landesgrenzen hinaus gehört wird. Sein neuer Roman erzählt davon, dass das Leben nach Indianersitte Vergangenheit ist, Neues aber nicht gefunden wurde. Denn in der Wildnis der Städte sind die Regeln der Wälder vergessen; Gier und Verachtung gefährden eine Ordnung, die über Jahrtausende Geben und Nehmen ausbalanciert hat. Der Cree-Indianer Will lernte die Kunst des Jagens von seinem Vater. Doch die Lebensweise der Alten ist den Stürmen der neuen Zeit nicht gewachsen. In der modernen Welt wird der Alkohol für viele ein gefährlicher Tröster. Als Will in einen alten Konflikt zwischen rivalisierenden Clans gerät, flieht er in die Wildnis.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 26.02.2011

Beeindruckt zeigt sich Rezensentin Katharina Granzin von Joseph Boydens Roman "Durch dunkle Wälder". Die auf den erste Blick vielleicht verwunderliche Erzählanordnung - ein im Koma liegender Cree-Indianer Will und seine Nichte, die ihn täglich besucht, erzählen sich, wie sie in ihre gegenwärtige Situation gekommen sind - funktioniert in ihren Augen "erstaunlich gut" und hat einen "tieferen" Sinn, der beim Lesen bald einleuchtet. Wie Boyden die beiden Geschichten in der Gegenwart aufeinandertreffen lässt, findet sie überaus gekonnt. Die Berichte Wills über seine Flucht nach einer ländlichen Fehde in die Wälder, wo er sich einsam mittels überlieferter indianischer Überlebenstechniken durchschlägt, findet sie faszinierend. Granzin attestiert dem Autor, der selbst indianische Wurzeln hat, weder Tradition noch die Moderne zu verdammen beziehungsweise zu verklären, sondern zu zeigen, dass sich beides nicht ausschließt, auch wenn es dabei zu "bedrohlichen Brüchen" kommen kann. Für sie ist Boyden ein Autor, der einerseits eine Botschaft, andererseits viel zu erzählen hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2010

Eine ausführlichste Nacherzählung liefert Daniel Haas in seiner Besprechung eines Romans von Joseph Boyden. Ob uns das bei einer derart vertrackten, figurenreichen Geschichte auch weiterhilft? Es geht um kanadische Indianer und ihren aussichtslosen Kampf mit der Zivilisation, um äußere und Seelenexpeditionen in Toronto, Montreal und New York, um eine Verwicklung in mafiöse Drogengeschäfte und Glamour und vieles mehr. Nur eines ist sicher: Haas schätzt die Geschichte und ihren Autor, weil sie ihn nicht mit naheliegender Naturromantik und fatalistischen Klagegesängen nerven, sondern nüchtern feststellen, dass es auf dieser Welt keine Helden gibt, auch unter Indianern nicht.
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