Aus dem Französischen von Gennaro Ghirardelli. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verlässt der junge Libanese Ayyad seine Heimat, um in der Welt sein Glück zu suchen. Im Sudan steigt er zum Vertrauten eines britischen Offiziers auf, der ihn als Kundschafter zu den rebellierenden afrikanischen Stammesfürsten schickt. Eines Tages stößt Ayyad auf eine Karawane, die mit einem in seine Einzelteile zerlegten arabischen Palast durch die Wüste zieht, auf der Suche nach einem Käufer. Ayyad schließt sich der Karawane an, um als Händler getarnt die Aufständischen auszukundschaften. Monate vergehen, doch niemand will den prächtigen Serail haben. Schließlich kauft Ayyad mit dem ihm anvertrauten Gold der Briten selbst den Palast und kehrt nach Beirut zurück, wo er beim Einzug in die Stadt seiner großen Liebe begegnet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.12.2009
Ganz in den Bann hat sich Irene Binal von Charif Majdalanis Roman "Ein Palast auf Reisen" ziehen lassen, in dem der libanesische Autor gestützt auf die Geschichte seines Großvaters erzählt. Anfang des 20. Jahrhunderts lässt sich der abenteuerlustige Samuel Ayyad im Sudan von den Briten als Auskundschafter der feindlichen Stammesfürsten anheuern und schließt sich als vermeintlicher Händler einer Karawane durch die Wüste an. Die wird von Geschäftsmann Chafiq Abyad angeführt, der einen in Einzelteilen zerlegten Palast im Gepäck hat, den er an irgendwelche Stammesfürsten zu verkaufen sucht, fasst die Rezensentin die Handlung zusammen. Die Mischung aus Chronik, Abenteuer- und Schelmenroman und Märchen hat Binal gefangen genommen und sie hat ihre Freude an der bei aller Beiläufigkeit im Ton dichten orientalischen Atmosphäre und dem Humor von Majdalanis Erzählweise. Und dass das Ganze schließlich mit einem Happy End einer glücklichen Heimkehr endet, wird auch für den Roman zum glücklichen Ende, versichert die Rezensentin beglückt.
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