Aus dem Niederländischen übersetzt von Hanni Ehlers. Zugegeben, Rissi Demonta ist schon ein seltsamer Name. Aber Rissis Vater ist Demonteur, wie sein Chef immer sagt, bei einem Abrissbetrieb. Wie alle Eltern erhoffen sich auch Rissis Eltern für ihr Kind nur das Beste. Und als Rissi eines Tages ein Referat halten muss und es zur Probe ihren Eltern aufsagt, können die nur staunen - ihre Tochter scheint plötzlich über ein phänomenales Gedächtnis zu verfügen. So melden sie ihr Wunderkind für die Fernsehshow »Matsch oder Millionen« an. Wer auf alle Fragen die Antwort weiß, kann eine Million gewinnen! Doch was Rissis Eltern nicht wissen - es gibt da ein uraltes Männlein, Überbleibsel aus einem Theater, das Rissis Vater einmal abgerissen hat. Und das souffliert Rissi. Und es droht, ihrem Vater etwas anzutun, wenn sie nicht mit seiner Hilfe die Million gewinnt und mit ihm teilt. Das kann sie aber nicht, denn das Geld wird ihren Eltern ausgehändigt. Rissi ist ziemlich findig, aber ob sie sich aus dieser Klemme befreien kann?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2006
Sieglinde Geisel ist von "Rissi" im Besonderen wie von Joke van Leuwens Geschichten überhaupt begeistert. Die seien nämlich gar nicht so "harmlos", wie sie scheinen, informiert Geisel. Denn während diese zu Anfang sich noch deutlich an der Wirklichkeit zu orientieren scheinen, wechseln sie dann oft unvermutet ins "Bizarre". Mit der Haltung der Autorin, Kindergeschichten müssten nicht alles erklären, kann sich die Rezensentin offensichtlich identifizieren. An der Geschichte des Wunderkinds Rissi interessiert Geisel vor allem die Figur des "papierdünnen" Souffleurs, der Rissi mit Wissen versorgt, sie aber auch in eine "unheimliche Abhängigkeit" bringt. Im heimatlichen Belgien hätten die Leser sofort die Anspielung auf den Kindermörder Dutroux verstanden, der gegenüber seinen Opfern als "Beschützer" auftrat, wie Geisel informiert.
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