Selma Noort

Das kleine Haus am Fluss

(ab 10 Jahren)
Cover: Das kleine Haus am Fluss
Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2024
ISBN 9783836962414
Gebunden, 208 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann. Mit Bildern von Felicitas Horstschäfer. Juss und seine Familie wohnen in dem kleinen Haus am Fluss. Mit seiner Cousine Amber, die direkt neben ihnen wohnt, schwimmt er im Fluss, eröffnet in seinem Zimmer ein Museum oder gräbt versehentlich das Skelett von Omas verstorbenem Hund im Garten aus ... Für Kinder kann es keinen schöneren Ort geben! Bis eines Tages ein Lastwagenfahrer das kleine Haus rammt und es fast zum Einsturz bringt. Aber Juss und seine Familie wissen, was das Wichtigste ist: Zusammenzuhalten und sich umeinander zu kümmern. Gemeinsam schaffen sie es, aus etwas Schlimmem Neues entstehen zu lassen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2024

Ein schönes, weltkluges Kinderbuch von Selma Noort bekommt Rezensent Tilman Spreckelsen hier vorgelegt. Angesiedelt ist die Geschichte in einer kleinen, fünf Häuser umfassenden niederländischen Siedlung neben einem Fluss, erfahren wir. Bewohnt werden die Häuser von Mitgliedern eine Großfamilie, zu der inzwischen auch die aus Syrien geflohene Zaza mitsamt ihren Kindern gehört, und es ist Zazas Haus, in das zu Beginn des Buches ein von der Straße abgekommener Lastwagen kracht. Die zunächst zeitlich hinter dieses Ereignis zurückspringende Geschichte wird ruhig erzählt, beschreibt Spreckelsen, zum Thema hat sie den Wandel, der den Ort erfasst hat und unter anderem alte Rituale in Frage stellt. Ein kluges Buch über die Veränderungen des Landlebens hat Noort geschrieben, lobt Spreckelsen, dem außerdem gefällt, wie geschickt die Autorin die traumatisierende Vergangenheit Zazas in Syrien mit dem gemächlichen Leben in der niederländischen Provinz kontrastiert.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 13.06.2024

Ein tolles Buch in der Tradition der großen niederländischen Kinderliteratur hat Selma Noort geschrieben, jubelt Rezensent Siggi Seuß. Die von Felicitas Horstschäfer illustrierte Geschichte dreht sich um eine Großfamilie, die van Rijns, die in fünf eng beieinander gebauten Häusern lebt. Die einzelnen Figuren werden nicht idealisiert, sondern in ihrer Alltäglichkeit dargestellt, es geht um Kooperation, aber auch um Streit, lernen wir, und damit, wie man mit einem tragischen Ereignis umgeht. Zur Familie gehört auch Yussuf, Juss genannt, dessen Mutter vor dem syrischen Bürgerkrieg flüchtete, in die Großfamilie einheiratete, sich dort auch wohl fühlt, aber niemand hat, dem sie von ihrer Vergangenheit erzählen kann. Insgesamt ein leichtfüßig geschriebenes Buch, voller toller Naturbeschreibungen und Milieuimpressionen, in dem sich Trauer und Glück, Alltag und Utopie wie im echten Leben untrennbar miteinander verbinden, freut sich der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.05.2024

Rezensent Sigi Seuß bewundert, wie ausgewogen Selma Noort von Katastrophen, Krisen und dem Glück eines neuen Lebens zu erzählen weiß. Die Geschichte um einen zehnjährigen Jungen, der mit seiner Familie einst aus Syrien geflohen ist und Geborgenheit findet, ehe eine neue Katastrophe über ihn hereinbricht, strahlt für Seuß trotz allem Hoffnung und Optimismus aus. Das liegt für ihn an Noorts Sicht auf die Dinge, ihre Wertschätzung von Familie und Zusammenhalt, die sie im Buch auf humorvolle, leichte Weise vermittelt. Noorts Sympathie und Respekt für die Figuren sind für Seuß weitere Gründe, das Buch zu empfehlen.