Aus dem Englischen von Sofia Blind. Der englische Landlord John Lewis-Stempel erzählt von einer Wiese. Sie gehört zu seinem Hof Trelandon in Herefordshire an der Grenze zu Wales. Mit fesselnd genauer Beobachtungsgabe hält der Historiker, Schriftsteller und Farmer fest, wie sich dieses kleine Landstück über das Jahr hinweg verändert, was darauf und wer davon lebt. Denn es ist ebenso sein Land wie es das des Dachses, des Habichts oder auch der Gräser und Wildblumen ist, von denen er mit seltener Farbigkeit und Dramatik erzählt.
Doch der in England hoch gelobte Naturschriftsteller John Lewis-Stempel beobachtet nicht nur die Landschaft, er erforscht ebenso die Historie dieses Fleckchens Erde. Er weiß, wie die Menschen hier vor 500 Jahren gelebt haben, ja sogar, wer die Hecke pflanzte, die die Wiese bis heute umrahmt. Und er ist sich seiner literarischen Ahnen stets bewusst, er zitiert Dichter wie Walther von der Vogelweide oder William Wordsworth ebenso wie alte Bauernweisheiten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 26.04.2018
Rezensentin Sylvia Staude würde John-Lewis Stempel gerne einmal herzlich in den Arm nehmen und fest drücken, um ihm für "Ein Stück Land" zu danken. Alles an diesem Buch gefällt ihr - von den aufmerksamen Naturbeobachtungen und den fundierten Erläuterungen, über die poetischen Landschaftsbeschreibungen und die Märchen- und Mythen-Schnipsel bis zu den Lektüretipps am Ende. Selten, erklärt die Rezensentin, hörte oder las sie jemanden so unermüdlich, leidenschaftlich und liebevoll über Bäume, Bäche, Pilze, über Maulwürfe, über Aronstab und Ziegenmelker sprechen. Selbst dem kleinsten Käfer schenkt Lewis-Stempel seine Aufmerksamkeit und bringt ihn dem gespannten Leser nahe, so die hingerissene Rezensentin.
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