Annie Dillard

Pilger am Tinker Creek

Naturkunden
Cover: Pilger am Tinker Creek
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2016
ISBN 9783957573346
Gebunden, 347 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Karen Nölle. Inspiriert von Henry David Thoreaus Walden zieht sich die 27-jährige Annie Dillard Anfang der 70 er Jahre in die Virginia Blue Montains zurück, um die vielfältigen Erscheinungen der Natur genau zu studieren und das Wunder des Schauens auf sich wirken zu lassen und "wieder zu Sinnen zu kommen", wie es Thoreau einst gefordert hatte. Ausgehend von der Erkenntnis, dass "das Detail" das erste und "sichtbare Faktum der Welt" sei, unternimmt sie tägliche Wanderungen an den bewaldeten Ufern des Tinker Creek, beobachtet und beschreibt den Wechsel des Lichts und das Wesen des Windes, das Leben der Bisamratten und Heuschrecken, die Schönheit der gegen den Strom schwimmenden Fische und die eines Wassertropfens unter dem Mikroskop. Geleitet von der Frage nach den Absichten einer Schöpfungskraft, die sich in all dem Naturschauspiel zugleich offenbart und verbirgt, verbinden sich die genauen, überraschenden und oft auch verstörenden Entdeckungen ihrer Streifzüge in die Wildnis mit Gedankengängen aus Literatur, Naturwissenschaft und Mystik.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.12.2016

Es wäre eine Schande, wenn Annie Dillard nicht endlich auch in Deutschland entdeckt werden würde, meint Sylvia Staude. Eine hervorragende Gelegenheit hierfür bietet in ihren Augen das Buch "Pilger am Tinker Creek", das vierzig Jahre nach seinem Erscheinen im Original in Judith Schalanskys Naturkunden-Reihe herausgkommt. Staude ist hellauf begeistert von den mitfühlenden Beobachtungen, hellsichtigen Überlegungen und der sprachlichen Wucht der Autorin, die ein Jahr lang den Lauf der Natur am Tinker Creek in Virginia verfolgte und damit auch Verschwendung, Leichtsinn und Erbarmungslosigkeit. Welcher Schöpfer, paraphrasiert Staude etwa einen spirituellen Gedanken Dillards über den Nutzen von Gleichgültigkeit, welcher Schöpfer könne so perfide sein, einen Otter nicht nur zu töten, sondern auch noch traurig zu machen?