John Cowper Powys

Die Philosophie des Trotzdem

Zweitausendeins Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783861504023
Gebunden, 518 Seiten, 12,75 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Annette von Charpentier.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.03.2002

Als Buchpaket bringt der Verlag 2001 gleich drei Bände Gedankenprosa des walisischen Schriftstellers John Cowper Powys auf den Markt, und er tut gut daran, bemerkt Gustav Seibt, die Bände nicht für sich dastehen zu lassen. "Kultur als Lebenskunst", der erste Band, verschrecke durch einen starren Schematismus, meint Seibt. Powys ordne die Künste - Malerei, Philosophie, Literatur - auf einer platonischen Stufenleiter an: "schematisches Geschwätz", sagt Seibt. Gebe es nicht gleichzeitig Powys Begeisterung für die Natur, könnte Seibt dem "Kulturprediger" wenig abgewinnen. So nennt er ihn einen Hermann-Hesse-Verschnitt, dessen Naturmystizismus sich gleichfalls in tausende Romanseiten ergoss und in England seinerzeit ausgesprochen populär war. Im Folgetraktat "Die Verteidigung der Sinnlichkeit" komme Powys erst richtig zur Sache, schreibt Seibt, hier entwickele er seine Philosophie der Einsamkeit. Jeder Mensch habe quasi ein "fisch- und echsenhaftes Basis-Ich", erläutert Seibt Powys' absonderlich anmutende Gedankengänge, das es durch Naturversenkung zu befreien gelte. Spätestens hier, gibt Seibt zu, wandele sich die Lektüre in eine Meditationsübung, und der Verlag habe den drei Bänden jeweils eine farblich entsprechenden Umschlag zugestanden: valiumblau für "Die Philosophie des Trotzdem", den dritten Band, der die Loslösung des Körpers vom Geiste predige. Seibt aber ist vor allem die "Philosophie des Blümchensex" aus der babyrosa eingebundenen "Verteidigung der Sinnlichkeit" im Gedächtnis geblieben.
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