Aus dem Amerikanischen von Petra Post und Andrea von Struve. Jack M. Bickham hat ein System entwickelt, das die kreativen Kräfte von Autor/innen/en anregt und in geordnete Bahnen lenkt. Er erklärt, wie ein gut funkitionierender Arbeitsplan aussehen muss, mit dem sich quasi auf Kommando Ideen entwickeln lassen. Wie man richtig recherchiert und Vorräte anlegt. Wie man die richtigen Schauplätze auswählt und hautnah gestaltet. Wie Geschichten am richtigen Punkt beginnen und effektvoll enden. Wie man Spannung erzeugt und Dialoge in den Griff bekommt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.09.2003
Jack M. Bickhams Anleitung zum Schreiben von Short Storys hat Rezensent Stephan Maus letztlich nicht wirklich überzeugt. Der "Short-Story-Aristoteles", wie ihn Maus nennt, setze an zur "ultimativen Professionalisierung" des Schriftstellers. Als wichtigstes Instrument der Schriftstellerei bei Bickham nennt Maus den Zettelkasten. Bickhams Schreibmethode bestehe in der "Atomisierung des Schaffensprozesses": für jede aristotelische Kategorie der Short Story - Konflikt, Schauplatz, Protagonist, Antagonist, Charakter - sehe Bickham ihr eigenes Kärtchen vor, die der Autor ständig mit sich herumtragen und ausfüllen solle. Was dann herauskommt, wenn die Karten aneinander legt, liest sich für Maus in etwa wie eine "Synposis des RTL-Freitagsknüllers" von Franz-Josef Wagner. Das kann es nicht sein. Störend findet er zudem die "aufdringliche Rhetorik", mit der Bickham seine Methode anpreist. Wen die amerikanische Creative-Writing-Doktrin wirklich interessiert, der sollte nach Maus Empfehlung lieber James N. Freys "Wie man einen verdammt guten Roman schreibt" lesen, einen Klassiker, der das Thema erschöpfend und sehr amüsant abhandle.
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