Studs Terkel

Giganten des Jazz

(Ab 12 Jahren)
Zweitausendeins Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783861507239
Gebunden, 234 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Karl Heinz Siber. Illustriert von Robert Galster und Carol Isern. Studs Terkel hat sie noch persönlich gekannt, die Stars der frühen Jazz-Ära: Benny Goodman, Count Basie, Duke Ellington, Dizzy Gillespie, Bessie Smith, Bix Beiderbecke, Charlie Parker, John Coltrane u.v.a. Und seiner Gesprächskunst verdanken wir, dass sie sich öffneten und von ihrem Alltag als Musiker und den großen und kleinen Geheimnissen ihres Lebens berichteten. Wir erfahren, wie Fats Waller sich gegen seinen Vater durchsetzte, wir lesen auch, wie Billie Holiday zu ihrem Spitznamen Lady Day kam oder dass der musikbegeisterte Junge aus einem Heim für verwahrloste farbige Kinder (Louis Armstrong) seinen Aufstieg zum besten Jazztrompeter der Welt der Liebe und Protektion von King Oliver verdankte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.06.2005

Alex Rühle hat sich viel versprochen von Studs Terkels "Giganten des Jazz". Immerhin sei Terkel, die mittlerweile 93-jährige "Voice of America", fast von Anfang an dabei gewesen, hat sie alle gekannt, war doch "Ohrenzeuge", wie vom Rezensenten zu erfahren ist. Doch leider enttäusche diese im englischen Original erstmals 1957 erschienene Sammlung von dreizehn Kurzbiografien legendärer Jazz-Größen vor allem deswegen, weil ihr Autor kaum ein Wort über die Musik verliere. Obwohl wir es mit Künstlern wie Louis Armstrong, Bessie Smith, Duke Ellington und Bix Beiderbecke zu tun bekommen, "interessanten Typen" mit "dramatischen Lebensgeschichten", die Terkel in "wenigen kräftigen Strichen" zu umreißen verstehe, blieben seine biografischen Miniaturen eigentümlich sprachlos gegenüber dem Jazz, stellt der Rezensent mit Befremden fest: "Es ist beim Lesen, als schaute man ihnen von der Straße aus durch eine dicke Fensterscheibe zu." Weder werde die Musik beschrieben, noch erklärt, was ihre Faszination ausmache. "Schade."
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.03.2005

Angemessen, auf einer ganzen Seite, feiert Konrad Heidkamp die "erfreuliche Wiederentdeckung" der Jazzgeschichte, die der "legendäre" amerikanische Autor Studs Terkel 1957 für Jugendliche verfasst hat. In dreizehn literarischen Porträts erzählt er von Jazzmusikern, die sich meist schon sehr jung der Musik verschrieben hatten. Louis Armstrong, Bessie Smith, Charlie Parker, alles Kinder, die "nach gängigen Armutskritierien verloren sein müssten", alles Jugendliche in schwierigen Verhältnissen, "kein Jugend-forscht-Geist weit und breit. Trotz allem spürt Heidkamp "auf jeder Seite" der Erzählungen "jene Liebe und Intensität", die den Weg des Lebens so zwingend vorherbestimmen. Wohltuend vermerkt er, wie Terkel "jeden Anflug von Sozialromantik oder Geniekitsch" vermeidet, die Sprache seiner Reportagen wurzelt im Alltag der Jazzmetropole Chicago, der Stil ist dicht und "auf den Punkt gebracht". Haltlos schwärmt der Rezensent davon, wie Leben und Musik in Terkels Texten eine harmonische Verbindung eingehen. "Eine Täuschung, möglicherweise. Aber wunderschön."
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