John Burnside

Anweisungen für eine Himmelsbestattung

Ausgewählte Gedichte. Englisch-Deutsch
Cover: Anweisungen für eine Himmelsbestattung
Carl Hanser Verlag, München 2016
ISBN 9783446252660
Gebunden, 304 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Iain Galbraith. John Burnside ist ein Meister des unscheinbaren Augenblicks, in dem sich das abgründige Wesen der Dinge offenbart. Ob es die verstörende Betrachtung der Leiche eines Kojoten am Wegrand ist oder der Besuch des Berliner Spiegelkabinetts mit seinem Sohn, in dem das Ich plötzlich als schwindende, groteske Figur erscheint. Aber dann kann es auch sein, dass ein fliehender Hase, der u?ber die großen Felder wegflitzt, den Dichter "sprachlos lässt, offen fu?r Neues". Burnside weiß: Was uns von den Dingen trennt, ist auch jenes "Leben, das niemals uns allein gehört, / das uns einschließt, bis alles / Chor ist".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2016

Rezensent Dirk von Petersdorff schätzt an John Burnsides Gedichten vor allem den harten Materialismus. In den kurzen Texten kommt der am besten zum Leuchten, meint er. Die längeren Texte in diesem Auswahlband mit Gedichten aus den Jahren 1994 bis 2014 scheinen dem Rezensenten zu zerfransen über Versgrenzen hinweg und Bilder, für den Rezensenten ermüdend. Wenn Burnside hingegen seinen leidenden Menschen realistisch in die Natur stellt und mit großer Sensibiltät auf begrenztem Raum und in freien Versen konkrete Bilder schafft, kann Petesdorff der Bewegung der Gedanken gut folgen. Dass der Band zweisprachig erscheint, hält er für einen Gewinn.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2016

Angela Schader freut sich über diese "substanzielle" Auswahl aus John Burnsides dichterischem Werk, besorgt und übersetzt von Iain Galbraith. Die vom Dichter im Band selbst initiierten Referenzen und Maßstäbe, unter anderem T. S. Eliot, scheinen Schader hoch, doch nicht zu hoch. Religiös-philosophisch wie Eliot ist Burnside ganz aus "seinem eigenen Weltverständnis" heraus, meint Schader, ohne Notwendigkeit übergeordneter Instanzen. Wie der Autor immer wieder das Diesseitige transzendiert und in "vibrierende Textur" übersetzt, findet Schader schwer beeindruckend. Aber auch die "Idee des Zuhause", wie sie der Autor umkreist, scheint ihr angesichts von Burnsides Biografie berührend.
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