Stephen Fry

Feigen, die fusseln

Entfessle den Dichter in dir
Cover: Feigen, die fusseln
Aufbau Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783351032326
Gebunden, 475 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Birke Bossmann, Anne Bussmann, Susanne Grübl, Christel Klink, Andreas Mahler, Christina Matthies, Sandra Meder, Jens Müller, Gabriele Schrettle, Birgit Schwan, Karin Sleuser, Christine Voland, Maike Walter, Christine Wiesmeier. Jeder ist in der Lage, Poesie zu verfassen, meint Stephen Fry und möchte dem Leser die Reize von Metrum, Reim und Versform näherbringen. Ob ein petrarkistisches Sonett für den Geburtstag der Lieben, ein Epithalamion für die Hochzeit der Schwester oder eine kritische Villanelle über die Wohnungsbaustrategie der Regierung gewünscht wird, "Feigen, die fusseln" gibt jedem die nötigen Werkzeuge und das Selbstvertrauen an die Hand. Mit amüsanten Übungen und einer unkomplizierten Schritt-für-Schritt-Gliederung geleitet Fry den Leser in das Reich der Mutter aller Künste. Für jeden Übersetzer eine große Herausforderung, wurde das Buch von 13 Absolventen des Graduiertenkollegs für Literarisches Übersetzen an der Ludwig-Maximilians-Universität München übertragen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.05.2009

Durchaus angetan zeigt sich Michael Rutschky von dieser "lustigen" Verslehre des Schriftstellers, Schauspielers und Regisseurs Stephen Fry. Er hebt die Auffassung des Autors hervor, wichtiger als göttliche Inspiration sei die Beherrschung des Dichter-Handwerks. Entsprechend findet Rutschky in dem Buch jede Menge Informationen über technische Kenntnisse und Fähigkeiten etwa über Versmaße sowie eine Reihe von systematischen Übungen, die auch Spaß machen. Dass Fry von freien Verse in unregelmäßigen Rhythmen wenig hält, macht er dem Leser nach Ansicht Rutschkys nur allzu deutlich: "Hier setzt es einen richtigen Wutanfall". Plötzlich gehe es nicht mehr um ein Hobby, sondern um den State of the Art. Da fragt sich Rutschky, dem das Buch an sich gut gefallen hat, wen der Autor eigentlich als Zielpublikum im Sinn hat. Denn: Frys Ausführungen über die technischen Seiten des Dichtens lesen sich für ihn "viel zu kompliziert und anspruchsvoll, als dass es einen Rentner auf Hobbysuche motivieren könnte".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.12.2008

Hingerissen ist Michael Angele von diesem Buch über das Handwerk des Dichtens, das der Londoner Filmstar, Theatermacher und Romancier Stephen Fry verfasst hat. Nach diesem Buch schätzt er den Autor, der sich selber als Hobbydichter outet, als "Liebhaber und Kenner der Dichtkunst", der viel Wert auf die Geschichte und die Form der Dichtung legt. Mit hohem Lob bedenkt Angele das Kapitel über die Metrik, das nicht nur für Hobbydichter, sondern auch für Schüler, Studenten und Literaturprofessoren von Interesse ist. Er hebt zudem das Anliegen Frys hervor, den Leser wieder mit der romantischen und klassischen Dichtung bekannt zu machen. Dabei verschweigt er nicht, dass der Autor als Verehrer von Blake, Whitman und Robert Browning fast nur englischsprachige Lyrik zitiert. "Es ist den Übersetzern zu verdanken", so Angele, "dass der deutschsprachige Leser mit diesem Makel gut leben kann".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2008

Der Lyriker und Schriftsteller Dirk von Petersdorff ist ausnehmend erfreut über Stephen Frys Schule der Gedichte "Feigen, die fusseln". Der britische Komiker, Schauspieler und Schriftsteller erweist sich darin als grandioser Lehrer von grundlegenden lyrischen Formen abseits von Avantgarde und experimenteller Lyrik - Aufgabenteile für Leser inklusive. Hinreißend gewitzt, so Petersdorff, schürt Fry die Sehnsucht zu reimen. Petersdorff fasziniert vor allem Frys "feines Gehör" für rhythmische Feinheiten und wie er bei aller Leichtigkeit den Leser von seinen profunden Kenntnissen der englischen Literaturgeschichte profitieren lässt. Petersdorff lobt vor allem die Risikofreude des Verlags, der die "höchst anspruchsvolle" Übersetzung in die Hände des Münchner Graduiertenkollegs für literarisches Übersetzen gegeben hat, die unter der Leitung von Andreas Mahler "souverän" realisiert wurde.
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