Nie in ihrer Geschichte haben die Menschen gewaltigere Anstrengungen unternommen, um sich gegen Krankheit, Unfälle, Gewalt, Subversion und Terror abzusichern. Sicherheit ist der große Fetisch unserer von Ängsten heimgesuchten Gesellschaft. Kaum ein Begriff eignet sich so gut dazu, Menschen zu manipulieren, Andersdenkende zu diskriminieren oder von den Menschen Opfer einzufordern. Wenn es um unsere Sicherheit geht, ist keine Summe zu phantastisch, bedenkenlos opfern wir Freiheiten - man denke nur an den 11. September 2001. Johano Strasser beleuchtet unsere gesellschaftsbedingten Ängste und tastet sie auf ihre Begründetheit ab. Sozialphilosophisch fundiert zeigt er, welche Wege uns aus der Angst führen. Die Lösung klingt rational und steht für Strassers hohe Sensibilität für das Thema: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.07.2013
Johano Strasser konnte noch nichts vom Prism- und Tempora-Skandal wissen, als er sein Buch "Gesellschaft in Angst" schrieb, aber auf einmal findet er sich inmitten einer hochaktuellen Debatte wieder, berichtet Helmut Lölhöffel. In seinem Buch wirft Strasser den Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten vor, "vorsätzlich und unkontrolliert" unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung Freiheiten abzuschaffen, fasst der Rezensent zusammen. Doch auch wenn viele von Strassers Thesen sicherlich richtig und klug sind, so leide das Buch darunter, dass der Autor sich selbst ins Gehege kommt. Es scheinen eigentlich vier Autoren beteiligt zu sein, findet der Rezensent: Strasser der Schriftsteller, der Politologe, der Philosoph und der Sozialdemokrat, quasi eine Ein-Mann-Talkrunde also, und jeder möchte gerne auf seine Kosten kommen. Dadurch wirken auch intelligente Gedankengänge "seltsam unsortiert", erklärt Lölhöffel.
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