Jörg Schweinitz

Film und Stereotyp

Eine Herausforderung für das Kino und die Filmtheorie. Zur Geschichte eines Mediendiskurses
Cover: Film und Stereotyp
Akademie Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783050042824
Gebunden, 323 Seiten, 49,80 EUR

Klappentext

Am Film des Mainstream-Kinos wurde seit den 20er Jahren von Schriftstellern, Kunst- und Kulturkritikern, aber auch von den Theoretikern und Publizisten des Films immer wieder die Neigung zum Formelhaften, zu Klischees, zu konventionellen Bildern, wiederkehrenden Erzählmustern und Vorstellungswelten hervorgehoben. An ihr entzündeten sich vehemente Debatten. Jörg Schweinitz erfasst diese Tendenz mit dem Begriff Stereotyp - also mit einem Terminus, dem die Ambivalenz von Funktionalität und distanziertem kritischen Blick eingeschrieben ist. Er sichtet Stereotyptheorien von den verschiedenen Zweigen der Psychologie bis zur Sprach-, Literatur- und Kunsttheorie, um wesentliche Facetten filmischer Stereotypik theoretisch zu modellieren. Vor allem aber geht er der Frage nach, welche Denkweisen gegenüber der intellektuellen und ästhetischen Herausforderung durch das Stereotyp in den film- und kulturtheoretischen Debatten entwickelt wurden. Welche Konzepte dominierten unterschiedliche Phasen des Diskurses?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.12.2006

Sehr zufrieden zeigt sich Patrick Straumann mit dieser Studie über "Film und Stereotyp", die der Filmtheoretiker Jörg Schweinitz vorgelegt hat. Die Untersuchung von Stereotypien, also immer wiederkehrenden Erzählmustern und Bildern, die das Mainstreamkino von Beginn an prägten, scheint ihm sowohl filmhistorisch als auch filmtheoretisch höchst aufschlussreich. Deutlich wird für ihn nicht nur die zentrale Bedeutung dieser Klischees als "kommunikative Größe" im Kino, sondern auch ihr kognitiver Wert im Kontext der Filmsprache. Schweinitz Überblick über verschiedene Richtungen der Filmtheorie dokumentiere die variierende Akzeptanz der Filme gegenüber den stereotypen Mustern. Die abschließende Fallstudie von drei Filmen macht für Straumann klar, dass sich das Stereotyp im Film heute "verurteilen, reflektieren oder integrieren, nicht aber ignorieren lässt".

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…