Klappentext

Mit  30 Abbildungen. Mit Beiträgen von Giorgio Agamben, Jaques Aumont, Raymond Bellour, Christine Buci-Glucksmann, Christa Blümlinger, Nicole Brenez, Serge Daney, Jean Epstein, Tom Gunning, Frank Kessler, Gertrud Koch, Jean-Marie Samocki, Jean Paul Sartre, Jean Louis Schefer, Karl Sierek, Georg Simmel, Hanns Zischler. Das Gesicht im Zeitalter des bewegten Bildes trägt Befunde aus unterschiedlichen Perspektiven zusammen: ikonographische Analysen der Vor- und Frühgeschichte des Kinos, einen historisch-kritischen Überblick über den Einsatz des menschlichen Gesichtsbildes im Kino mit Ausblick auf die neuen Medien, philosophische, kultur- und filmtheoretische Essays aus verschiedenen Epochen des 20. Jahrhunderts.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.02.2003

Das Gesicht in filmischen Großeinstellungen, in Nahaufnahmen lässt sich als eine Doppelstrategie deuten, behauptet Michaela Ott als zentrale These des von ihr besprochenen Readers über "Das Gesicht im Zeitalter des bewegten Bildes". Zum einen wird das Gesicht zur Gesichts-Landschaft, rückt in die Nähe des Nicht-Anthropomorphen, referiert Ott; zum anderen trägt es zur Vergesichtlichung der Dinge bei, welches in der Filmnarration eine bestimmte Funktion übernehmen würde. So halte die Erzählung einerseits inne und werde andererseits emotional aufgeladen. Zwischen diesen beiden Polen bewegen sich laut Ott die verschiedenen aktuellen wie filmhistorischen Beiträge des Readers; vor allem deutsche und französische Autoren kommen zu Wort. Das thematische Spektrum reicht dabei vom Stummfilm bis zu Strategien der Werbung. Auch die Grenzen zur Porträtmalerei werden gestreift oder die Bedeutung des Antlitzes allgemein erörtert. Eingangs bezieht sich Ott auf Madonna, die es wie keine andere verstanden hat, in einer Mischung aus christlicher Symbolik und technischer Innovation ihr Gesicht als Markenzeichen und magische Leerstelle zugleich zu behaupten.