Renate Lippert

Vom Winde verweht

Film und Psychoanalyse
Cover: Vom Winde verweht
Stroemfeld Verlag, Basel 2003
ISBN 9783861091622
Kartoniert, 176 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Das vorliegende Buch erkundet neues Terrain. Das Land zwischen Film und Psychoanalyse gilt es zu entdecken. Der Text bietet Zusammenhänge, die bisher so noch nicht im Blick waren. Die Verbindung von Psychoanalyse und Film, wie Lippert sie herstellt, ist ein vielschichtiger Prozess der Entdeckung, in dessen Verlauf der Film auch in die blinden Flecke der Psychoanalyse eindringt und sie beleuchtet. Aus der Filmerfahrung heraus schreibt sie psychoanalytisch über Film in die Filmerfahrung hinein. Die Entdeckung nimmt den Weg über die psychoanalytisch orientierte feministische Filmtheorie, die Bedeutung des Bildes in Psychoanalyse und Film, Ton und Musik in der Filmtheorie, Hören und Sprechen in der -Psychoanalyse, die Konstitution des Erzählens in fiktionalen Genres und die Schaulust. Im Zentrum der Bemühung steht die Analyse des bis heute erfolgreichsten Films der Filmgeschichte: Vom Winde verweht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2003

Martin Stingelin leitet seine Besprechung mit einer kurzen Nacherzählung des Verhältnisses von Psychoanalyse und Film sowie der psychoanalytischen Filmdeutung ein, um dann dieses Buch von Renate Lippert einzuordnen und seine Stärken hervorzuheben. So führe die Autorin, "gegen die ahistorischen Idealisierungen der 'Apparatus-Theorie', von der sich beide Geschlechter unterschiedslos in den Kinosessel gebannt sehen", Jean Laplanches und Jean-Bertrand Pontalis' Begriff der "Urfantasie" ins Feld, "um sie der historischen und soziologischen Analyse zu öffnen". So könne Lippert dann zeigen, dass es sich bei den filmischen Phantasien von und über Frauen, "um mythische Dramatisierungen von irreduzibel szenischer Qualität" handele, "mit deren Hilfe sich jedes Subjekt den eigenen Ursprung, jenen seiner Sexualität sowie jenen des Geschlechterunterschieds vergegenwärtigt." Die "Nagelprobe" auf ihre Theorie mache die Autorin dann, berichtet Stingelin weiter, anhand der Fantasien von Scarlett O´Hara, bei denen "der Wiederholungszwang, durch den sich ihre Persönlichkeit konstituiert", sich, wie die Autorin zeige, sich "unerschöpflich im 'Leiden durch Verlust' erschöpft" - weshalb die "fachgerechte" Zuschauerin "Vom Winde verweht" dann eben auch immer wieder sehen wolle.