Der hohe Norden Islands um die Jahrhundertwende. Dort setzt Jón Magnússon Ósmann mit seiner Seilfähre Menschen, Tiere und Waren über die Gewässer des Skagafjords. Er ist ein Fischer und Robbenjäger, er sieht Geister und Elfen, er ist ein Menschenfreund, der Bedürftige verpflegt und beherbergt, und er ist ein gottesfürchtiger Trinker und Poet. Überlebensgroß, kräftig, gesellig und dabei versehrt vom eigenen Schicksal, sodass ihn die Fluten zu locken beginnen, die er über vierzig Jahre lang befahren hat.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 07.05.2025
Rezensentin Katharina Teutsch betont, dass Schmidt das Leben des isländischen Fährmanns Jón Magnússon poetisch und atmosphärisch schildert, wobei Realität und Mythen ineinanderfließen. Teutsch lobt, wie der Autor die raue Natur, die Einsamkeit und die Schicksalsschläge einfängt und Ósmann als vielschichtige, "poetisch veranlagte Naturgewalt" zeigt. Wer von den Fischern und Bauern, die Magnusson übersetzt, Mensch und wer schon Geist ist, ist nicht immer ganz klar, so Teutsch, die diesen Roman, das sie durch seine Mischung aus Fantasie, Geschichte und starken Bildern beeindruckt, offenbar gern gelesen hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.04.2025
Der Autor Joachim B. Schmidt lebt seit 2007 auf Island, weiß Rezensentin Petra Pluwatsch, in seinem neuen und für sie bisher besten Roman widmet er sich dem dort beheimateten sagenumwobenen Fährmann Jon Magnusson Osmann. Rund um Osmann lässt Schmidt das Island des 19. und frühen 20. Jahrhunderts auferstehen, wind- und wettergegerbt setzt er sowohl Menschen als auch Güter über den Skagafjord, trinkt gerne mal einen über den Durst und lebt in einer Hütte am Ufer. Die harten Winter stärken nur das Gemeinschaftsgefühl derer, die gemeinsam in Island ausharren, resümiert Pluwatsch, Osmann unterhält Reisende, aber auch Geister wie die "nackte Robbenfrau." Sein Leben war von chicksalsschlägen geprägt, erfahren wir, er hat nicht nur mehrere Kinder begraben müssen, sondern kann sich auch kaum mit dem Einbruch der Moderne in Island anfreunden. Schließlich nimmt er sich das Leben, erzählt uns die von diesem "lebensprallen" Buch überzeugte Kritikerin.
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