Bergsveinn Birgisson

Quell des Lebens

Cover: Quell des Lebens
Residenz Verlag, Salzburg 2020
ISBN 9783701717187
Gebunden, 304 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Isländischen von Eleonore Gudmundsson. An der nördlichsten Küste Islands entspringt eine Quelle, die Überlieferungen zufolge über geheimnisvolle Heilkräfte verfügt. Als ein heftiger Vulkanausbruch Island - damals eine dänische Kolonie - im 18. Jh. verwüstet, wird im fernen Kopenhagen die Zwangsdeportation der Bevölkerung geplant. Der junge Wissenschafter Magnús Egede wird auf die Insel geschickt, um die Umsetzung dieses Plans zu betreiben - stattdessen jedoch verfällt er der Faszination der rauen Landschaft, ihrer Archaik und der Schönheit von Sesselja, einem stummen Mädchen aus den Westfjorden. Als Magnús von einem Eisbären schwer verletzt wird, ist es das Wasser aus dem Quell des Lebens am Rande der bewohnbaren Welt, mit dem Sesselja ihn heilt - nur um ihn wieder zu verlieren…

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 28.02.2020

Atmosphärisch sei Bergsveinn Birgissons Roman zwar gelungen, meint Rezensent Cornelius Wüllenkemper, aber insgesamt ist ihm die märchenhafte Mystik doch zu kitschig. Der isländische Autor erzählt hier - vor dem historischen Hintergrund der Evakuierung Islands durch die Dänen im 18. Jahrhundert - die Geschichte von einem Wissenschaftler, der nach dem Vulkanausbruch 1783 vom dänischen Königshaus zur Berichterstattung auf die Insel geschickt wird. Dem schaltet der Autor, auch Island-Forscher, eine wissenschaftliche Erklärung zu den damaligen wirtschaftlichen Umständen vor, die zwar informativ sei, aber den Lesefluss störe, meint Wüllenkemper und kann sich auch für die anschließende Geschichte nicht recht begeistern: Mit einem "geheimnisvollen 'wir'" als Erzählinstanz und mit reichlich Pathos und Dramatik werde die Ursprünglichkeit und "Reinheit" Islands und seiner Bewohner im Gegensatz zu Profitstreben und Wissenschaftsgläubigkeit der Moderne beschworen, resümiert der Rezensent. Für Wüllenkemper ein teilweise zwar packendes, insgesamt aber zu pathetisches "historisches Märchen", schließt er.