Aus dem Isländischen von Kristof Magnusson. Das Zeitalter der Sturlungen - benannt nach dem mächtigsten Wikingerklan - war das blutigste und brutalste Kapitel der isländischen Geschichte. Es läutete gleichzeitig das Ende der Wikingerära ein.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.09.2017
Zwar nicht gerade ein Anwärter auf den Literaturnobelpreis wie sein Vorgänger Halldór Laxness, aber doch ein annehmbarer Autor ist Einar Kárason - so könnte man das Fazit des Rezensenten Aldo Keel nach der Lektüre von Kárasons Neuerzählung der Sturlungensaga, der größten Erzählung Islands, zusammenfassen. Die Geschichte um den Oligarchen und Schriftsteller Snorri Sturluson und seine Familie erzählt von den Macht- und Rachekämpfen, in die diese verwickelt waren und vermittelt ein Bild von Island im 13. Jahrhundert, einer Gesellschaft ohne Exekutive, in der Selbstjustiz die einzige Justiz war, lesen wir. Kárason wendet dabei eine interessante und geschickte Erzählstrategie an, so Keel: verschiedene Ich-Erzähler berichten in mehreren "short cuts" aus unterschiedlichen Perspektiven von den Ereignissen, wodurch der "Schein der Objektivität" gewahrt wird. Als anstrengend empfindet Keel allerdings den allzu laxen Erzählgestus Kárasons, der sich seinem Empfinden nach nicht genug der Sprache des Mittelalters anpasst. Eine eindeutige Empfehlung mag Keel nicht aussprechen.
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