Jean Giraudoux

Doppelmemoiren

Cover: Doppelmemoiren
Berenberg Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783937834252
Gebunden, 120 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Joachim Kalka. Am Ende seines Lebens schrieb einer der großen, in Vergessenheit geratenen Theaterklassiker ein einzigartiges Stück Literatur. Auf wenigen Seiten hat Jean Giraudoux seine Kindheit und die Zeit seines Erwachsenenlebens bis kurz vor seinem Tod 1944 wie in einem Spiegel parallel nebeneinander herlaufen lassen. Die große Geschichte, die er als Diplomat beobachten konnte, taucht auf wie ein Privatissimum, die Kindheit in der südfranzösischen Provinz als poetische Erklärung der Welt aus der Froschperpektive. In seiner Poesie, seiner boshaften Klarheit, der lakonischen Art der Beobachtung konnte ein solch intimes, distanziertes Werk nur in Frankreich entstehen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2008

Mit Jean Giraudoux' "Doppelmemoiren", die 1975 aus dem Nachlass veröffentlicht wurden und erst jetzt auf Deutsch vorliegen, empfiehlt sich ein Autor zur neuerlichen Lektüre, dessen Werk für Rezensent Joseph Hanimann schon etwas vom Zahn der Zeit angenagt ist. Der 1944 gestorbene Autor legt in diesem schmalen Band, in dem er gleichermaßen auf sein Diplomaten- wie sein Schriftstellerleben, auf seine Kindheit und seine späten Jahre zurückblickt, eine "skurrile Selbstironie" und einen leichten Ton an den Tag, der dem Rezensenten sehr zusagt. Insbesondere der Humor, der in Giraudoux' Werk mitunter etwas hochtrabend daherkommt, hat in den Erinnerungen eine Leichtfüßigkeit und "Klangbreite", an der nach Ansicht des eingenommenen Rezensenten der Übersetzer und Herausgeber Joachim Kalka keinen geringen Anteil hat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.05.2008

Erfreut zeigt sich Martin Krumbholz über Jean Giraudoux' "Doppelmemoiren", die nun in deutscher Übersetzung vorliegen. Der Name des "beinahe vergessenen" Schriftstellers und Diplomaten steht für ihn für "Eleganz, Esprit, für geschliffene Dialoge und prägnante moralische Implikate". Besonders gefallen hat ihm die "bibliophile" Edition der Memoiren. Er hebt hervor, dass der Autor darin "zopfartig" zwei Zeitstränge verknüpft, die Erinnerungen an seine Kindheit und die an seine Zeit als Diplomat in Paris. Dieses Verfahren scheint Krumbolz fast ein wenig "kurios". Er vermutet, dass Giraudoux so verdeutlichen möchte, dass er sein ganzes Leben lang Diplomat war, egal ob er es mit Spielgefährten oder einem bornierten Präsidenten zu tun hatte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.04.2008

Yaak Karsunke freut sich unbändig, dass die "Doppelmemoiren", in denen der Schriftsteller und Diplomat Jean Giraudoux aus seiner Kindheit und seinem beruflichen Leben erzählt, nun nach über dreißig Jahren aus dem französischen Original ins Deutsche übersetzt worden sind. Mit Leichtigkeit und Souveränität überzeugen die episodischen Erinnerungen, die sich dabei weder in "Eitelkeit" noch in "Exhibitionismus" verirren, wie der Rezensent lobt. Besonders die "höfliche Distanz", mit der der französische Autor sowohl sich selbst als auch den Menschen, denen er in seinem Leben begegnet ist, gegenübertritt, hat es Karsunke angetan, wobei er versichert, dass Giraudoux sich dabei scharfsichtige Kritik nicht versagt. Karsunke ist vom Charme und der Melancholie, die dieser Sammlung von Rückblicken eigen ist, sehr eingenommen und er rühmt besonders, dass aus den Schilderungen überaus sympathisch eine Liebe zum Leben spricht.